Rezensionen

Needle And The Pain Reaction – Pheromone

Eigentlich wollte ich meine Rezensionen niemals so albern schreiben, dass man mich vielleicht irgendwann nicht mehr ernst nehmen könnte. Aber eine gewisse Portion von Humor gehört bei dieser Musik einfach dazu. Egal wie schräg die Musiker auf einer CD gespielt haben – das Schlimmste ist für mich ein absolut schiefer Gesang. Deswegen fiel es mir wirklich nicht leicht, die CD der Belgier an einem Stück durchzuhören. Doch beim zweiten Durchgang scheint diese Art von Musik doch irgendwie in meinem Gehörgang geblieben zu sein. Pro Hördurchgang gewöhnt man sich immer mehr an den Sound von NAPR. Und der is so herrlich schräg – immer an dem vorbei, was man so gewohnt ist. Zu einem solchen Sound gehört auch ein Textwriting, was genauso abgedreht rüberkommt. Und auch das haben NAPR geschafft. Es geht um einen Freund namens Scarface, Monster und einen Songtitel namens „Buskidscumbags“, den man warscheinlich nur versteht oder aussprechen kann, wenn man gute Drogen konsumiert hat.

The Dope – Deaf And Blind But With A Smile

„The Dope“ ist eine zwei Mann Band aus dem niederbayrischen Landshut. Schon der Albumtitel „Deaf And Blind But With A Smile“ lässt eine gewisse Ironie vermuten. Dieses Album ist für den Frontmann Rudi Maier eine Art Neuanfang, da ein neuer Partner mit am Start war. Mit dem neuen Drummer Franz Neugebauer verzog er sich dann im September 2007 ins Studio und schraubte mit ihm so lange an der Platte herum, bis in seinen Augen ein „The Dope“ Album entstanden war. Und das was man hier hört ist mehr, als man im ersten Augenblick verstehen kann – nämlich dass hier wirklich nur 2 Musiker am Start sind.

Gaslicker – Gaslicker

Endlich ist mal wieder eine frische Rock’n’Roll Band am Start. Im Sommer 2006 erhob sich „Gaslicker“ wie Phönix aus der Asche. Damals hiessen sie in anderer Besetzung noch „Rockaholics“. In dieser neuen Besetzung schrieb die Band innerhalb kürzester Zeit neue Songs und absolvierte eine Vielzahl von Gigs. Ein halbes Jahr nach der Bandgründung blicken die Wormser Gaslicker auf Konzerte mit PeterPanSpeedrock oder auch Bettie Ford zurück. Nachdem die ersten kalten Wintertage im Studio verbracht wurden, stehen sie nun mit ihrer ersten 4-Track-EP in den Startlöchern.

The Mint – The Empire Of The Sun

„The Empire Of The Sun“ ist die erste CD der Band „The Mint“. Der Bandname ist dem einst legendären Casinohotel Las Vegas mit dem Namen „Fear and Loathing in Las Vegas“ entliehen. In diesem Hotel gaben sich Rock’n’Roll Größen wie Elvis, Cash, Led Zeppelin oder auch The Who die Ehre. The Mint machen Musik mit jeder Menge moderner Einflüsse und Elemenen aus der 60er und 70er Jahre Rockmusik. So wird Retromusik mit den Elementen des 20. Jahrhunderts aufgepeppt und wiederbelebt. Der Pressetext betitelt die Jungs als „schwierig“ – macht doch nix, das ist heutzutage etwas Besonderes. Musiker von der Stange gibt’s heutzutage ja genug. 2003 war das Gründungsjahr von The Mint – und das mit Hilfe einer Suchanzeige, die liebevoll an einen Zigarettenautomaten geklebt wurde: „Gesucht! Sänger, Schlagzeuger, Bassist!“

Solche – Bild Dir eine Ausstellung

Es gibt ja wirklich wenig originelle Ideen was eine CD-Gestaltung angeht. Entweder man verpackt den Silberling in eine blaue Plüsch-Tasche oder als Pizza in einen kleinen Pizzakarton (siehe Die Ärzte) oder man fabriziert eine „black bottom oder red bottom“ CD. Die Band „Solche“ aus Chemnitz hatten gleich mehrere Ideen auf einmal. Die CD sieht ansich ganz normal aus, ist aber in einer VHS-Hülle verpackt – inklusive einem Booklet und einer BILD-Zeitung vom 05.03.2004. Ziemlich originell muss ich zugeben – doch noch origineller ist die Idee, die hinter den Songs steckt: Die Songs sind die musikalischen Umsetzungen und Interpretationen zu den Themen dieser BILD-Zeitung. So etwas Ähnliches gabs schonmal. Erinnern wir uns an die CD „Was viele nicht zu singen wagten“ von der Band ROH, auf der die Band die Leserbriefe von verzweifelten und sex-neugierigen Teenies auf der berühmten Dr. Sommer Seite der BRAVO vertonte. Bei „Solche“ wird aber nicht bloß der Text vorgesungen, nein er wird nach bester Philosophen-Manier interpretiert. Und dann ist da noch etwas: „Bild Dir eine Ausstellung“ – das Wortspiel mit der BILD haben wir nun verstanden. Der Teil mit der Ausstellung erinnert mich doch sehr stark an das in meiner Schulzeit so gehasste „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky. Verwirrend, aber irgendwie ziemlich genial das ganze Konzept. Hinter der Musik der beiden Jungs aus Chemnitz steckt ein spielfreudiger Akustikrock mit einem Mann an den Drums und einer an der Gitarre und am Mikrophon.

Do Androids Dream Of Electric Sheep – Snapshot Lamento

Wie jetzt? Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Viele werden sich fragen, wie man auf einen solchen CD-Titel kommt. Die Erklärung liefert eine kurze Suche im Internet: Der Bandname lehnt sich nämlich an die gleichnamige science fiction Novelle von Philip K. Dick aus dem Jahr 1968 an. Sicherlich eine gute Idee, aber ob man sich so den Bandnamen besser merken kann sei dahingestellt. „Do Androids Dream Of Electric Sheep“ kommt aus Luxemburg und wurde 2004 gegründet. Was macht eine Band mit so einem seltsam klingenden Bandnamen für Musik? Ich würde es als Screamo-Hardcore-Metal bezeichnen. In ihrem Debüt „Snapshot Lamento“ zeigt schon der Opener „Renaissance“ was „DADOES“ uns in den restlichen 11 Tracks um die Ohren hauen werden.

Medley Jukebox – Francis 4 Coppola

Medley Jukebox entstand aus Musikern einer Band namens „Myein“, welche sich im Sommer 2004 getrennt hatte. In ihren 2 Existenz-Jahren spielte „Myein“ über 40 Gigs in verschiedenen Ländern wie Luxemburg, Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien und nahm einige Demos auf. Auf welche Art von Musik darf man sich nun bei „Medley Jukebox“ freuen? Tja so einfach ist die Frage leider nicht zu beantworten. Denn das was meinen Ohren hier geboten wird, ist absolut schwer zu beurteilen. Wenn ich ehrlich bin ist der Musikstil eine Mischung aus Funk, Rock, Screamo, Britpop und einer Prise Pflanzenextrakten. Hier fällt mir gerade das Feeling ein, was so beim Hören von alten Pink Floyd und Jimi Hendrix Songs aufkam. Man setzt sich aufs Sofa, legt die CD ein und driftet einfach ab. Hier hört es sich wirklich so an, als könnten sich die einzelnen Musiker nicht für eine feste Musikrichtung entscheiden. Deshalb das „Medley“ im Bandnamen?

Spiteful – Come Out And Play

Irgendwie wird man momentan überhäuft mit CDs und Bandnamen mit seltsamen Bezeichnungen. Ist anscheinend ziemlich modern geworden, da jede Band versucht irgendwie anders zu sein als die anderen. So sagt dem Hörer das Debütalbum der italienischen Punkrockern „Spiteful“, dass er rauskommen soll zum Spielen („Come Out And Play“). Laut Pressetext spielen die Jungs aus Varese Punkrock, gepaart mit Rock’n’Roll und einen Touch Pop – Punk’n’Roll also. Das Coverartwork ist jedenfalls vielversprechend und mit der Erwartung hier feinstem Rock’n’Roll zu lauschen legte ich die CD ein und drückte auf Play. Aber was ist das? Rotziger Rock’n’Roll mit einer punkig angehauchten Stimme und sehr viel Emo-Core Einflüssen. Tja schade…

Blinding Zoe – Blinding Zoe (EP)

Blinding Zoe aus Karlsruhe bestehen seit 2001 im aktuellen Line-Up, was man einer Band heutzutage wirklich anrechnen muss. Und dabei werden sie immer lauter und rockiger. Hier handelt es sich allerdings nicht um neues Material, sondern um die Wiederveröffentlichung des Debüts aus dem Jahr 2005.

Freezeebee – Guitars Of Doom

Kommen wir weg vom Punk oder der Indie-Mucke und widmen uns mal wieder einem Rock/Hardrock/Metal Album. Freezeebee kommen aus Frankfurt am Main und spielen seit 2001 in der aktuellen Besetzung. Da es im Rock-Bereich einfach zu viele langweilige und unspektakuläre Musik gibt, wollen Freezeebee einen Gegentrend einleiten. Wo bei vielen anderen Bands nur der Frontmann den Ton angeben darf, prägen bei FZB alle Bandmitglieder den Sound. Die Mischung aus vierstimmigem Gesang, extrem krachendem Bass und tiefergestimmten Gitarren fällt sofort auf. Viele ältere Elemente werden mit neuen Ideen vermischt. So trifft jung auf alt, Funk und Soul auf Doom und Metal. Der tiefe, grollende Sound schlägt sofort auf die Magengegend. Auch mit ihren Vorgängeralben „Bitter Sweet“ und „Next Generation“ konnten sie Presse und Zuhörer überzeugen.

The Minute Between – Action And Reaction

Die Österreicher Band „The Minute Between“ wurde 2005 gegründet und wollte seitdem als Band verstanden werden, welche 5 verschiedene Einflüsse von 5 ambitionierten Jungs auf einen Punkt bringen kann. Die Bühne ist ihr Lieblingsort wo sie ihre Gefühle ausdrücken können – somit auch die Wut, welche in jedem Song besiegt wird. Laut und heavy – so muss ihrer Meinung nach gute Musik sein und hier sind keine Grenzen gesetzt. Der Spaß an der Musik ist eine Leidenschaft, die verbindet…

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