Manchmal ist direkt und ohne Schnörkel dann doch am besten. Das trifft bei Trigger Cut in mehrfacher Hinsicht zu, es geht schon mal los mit der Mail von Ralf von eben jener Band, die im Vergleich zu den sonst üblichen Mails zu neuen Veröffentlichungen durch Minimalismus auszeichnet:

Hallo,

wir sind ein Noise Rock /Postpunk Trio aus Stuttgart. Demnächst in England und Frankreich auf Tour. 2021 in den USA

ein Review wäre super--würden uns sehr freuen

[…]

recht herzlichen Dank

Ralf (Trigger Cut)

Kurz und schmerzlos. Dazu gibt es nur Links zur Bandcamp-Seite der Band, Facebook-Profil, zwei YouTube-Videos und der Download. Keine Presseinfo, kein Text, der einem erklärt, warum genau das das beste, tollste, wichtigste… Album mindestens des Jahres sei. der Und in meinem Kopf formulierte sich die Frage, was hinter dieser Mail stecken möge. Ist es die Überzeugung auf marktübliche Anpreisungen verzichten und das Werk für sich selbst sprechen lassen zu können? Oder war nach der Fertigstellung des Werkes einfach keine Idee mehr übrig für eine solche Anpreisung? In meinem Fall hat es zumindest funktioniert, ob beabsichtig oder nicht. Also mit den Videos angefangen und dann das Album geladen.

Erschienen ist das Album bereits am 1. Mai 2019, neben dem Download bei Bandcamp gibt es das Werk auch auf CD und Vinyl.

Cover: Trigger Cut - Buster

Cover: Trigger Cut - Buster

Tracklist:

  1. Hellcat Bob
  2. Blind
  3. Transfer
  4. King Of Inks
  5. Free Hugs
  6. Pony Pony
  7. The Miners are Back
  8. Mute Driver
  9. I know she knows
  10. Westworld

Mangels Presseinfo musste ich selbst ein bisschen suchen und erfuhr auf dem Weg, dass es zu dieser Band eine interessante Vorgeschichte gibt. Gitarrist Ralf (oder Ralph?) war zuvor Teil eines anderen Noise-Rock-Trios namens Buzz Rodeo, das sich auf einer laufenden Tour trennte. Nun, so etwas soll vorkommen und meist hören zumindest nicht alle Musiker nach so einem Ereignis mit dem Lärm auf. Mindestens einer hat sich zwei neue Mitstreiter gesucht und mit diesen Trigger Cut geformt und innerhalb eines Monats im Januar 2019 das Debüt-Album Buster aufgenommen. 

Jetzt ist die Frage, wie sich das anhört? Im besten denkbaren Sinn nach dem Ergebnis einer musikalischen Aggressionstherapie. Wut kann Energie freisetzen, viel Wut viel Energie. Und diese ganze Energie, die die Wut über diese Welt voller Bekloppter freisetzen kann, wurde hier  durch Instrumente gejagt und aufgenommen. Und um zum Anfang des Textes zurückzukommen: direkt und ohne Schnörkel. Haut einfach schön rein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen: Bei Bandcamp könnt ihr rein hören und euch den Download dann für gerade mal 8 Euro holen. Vielleicht lernt ihr damit ja auch euere Nachbarn kennen und könnt sie darüber aufklären, dass es sich hier mitnichten um „infernalischen Lärm“ handelt, sondern um qualitativ hochwertigen, musikalischen Krach, der wirklich so laut gehört werden muss!

 

8.8 von 10 Punkten
Trigger Cut - Buster
Direkt. Laut. Ohne Schnörkel. Haut einfach schön rein. Meinen Nachbarn gefällt es anscheinend nicht so gut wie mir 🤷🏻‍♂️

Buster von Trigger Cut wurde am 01.05.2019 über Trigger Cut veröffentlicht.

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