Es ist inzwischen ja doch eine Weile her, dass Andrea und ich mal nur zum Spass ein Konzert besuchten. So ganz ohne Fotoakkreditierung, Interview-Termin oder so. Da wir uns dann nicht entscheiden konnten, ob wir nach Frankfurt oder nach Paris fahren sollen - Saarbrücken liegt ja ziemlich genau dazwischen, zumindest was die Fahrtzeit mit dem ICE angeht - haben wir eben für beide Konzerte gebucht. Während wir also noch die Eindrücke des gestrigen Konzerts verdauen, können wir uns schon auf das nächste Konzert freuen.

Der Einlass in die ausverkaufte Batschkapp verlief ohne Probleme, nur mein J.B.O.-Shirt provozierte schon direkt dort erste Kommentare bei der Kartenkontrolle („J.B.O.? Gibt's die überhaupt noch?“ - „Ja, sind im Mai auch hier.“ - „Gott sei dank!“) und beim Filzen („Ah, J.B.O.-Shirt. Dich muss ich nicht filzen, geh gleich durch.“). Wir waren auch früh genug da, um uns einen Platz ganz vorne zu sichern. Ganz vorne bedeutet dabei auch wirklich ganz vorne, auf einen Graben wurde verzichtet. Damit ist auch klar, warum das mit einem Fotopass nichts wurde, da war einfach kein Platz für irgendeinen Fotografen (angefragt hatten wir natürlich). Aber so hatten wir dann auch mit unseren iPhones die eine oder andere Chance für ein paar ganz ansehnliche Erinnerungsfotos.

The Treatment - Support für Steel Panther, 18.03.2012 - Foto: Carsten DobschatAls Support spielten The Treatment aus Cambridge, die sich selbst in die Genre „Classic Rock/Rock/Punk“ einordnen. Man könnte auch einfach „Auf die Fresse“-Rock'n'Roll sagen. CD wurde nach dem Konzert gekauft, von der Band signiert und mit der Aufforderung bis Paris alle Texte zu beherrschen an uns überreicht. Mal schauen, was daraus wird - nicht alle Songs haben so schnell zu erlernende Refrains wie „Departed“: „Bang bang bang“. Lohnt sich auf jeden Fall mal, bei der Band vorbeizuschauen und reinzuhören. Nach einer halben Stunde war es dann auch schon vorbei mit ihrem Auftritt - wobei die Band ihre Aufgabe das Publikum anzuheizen in der Zeit vorbildlich erfüllt hatten.

Die Pause wurde von den Besuchern unterschiedlich genutzt: Etwas zu trinken holen oder das Gegenteil davon, einige Décolletés wurden ebenso zurecht gerückt, wie verschiedene seltsame Haarfrisuren aus Kunstfasern. Und es wurde vorne langsam noch etwas kuscheliger, als es sowieso schon war.

Steel Panther - 18.03.2012 - Frankfurt - Foto: Carsten DobschatNach dem Intro ging es direkt mit „Supersonic Sex Machine“ los. Der eine oder andere wird schon ein paar Live-Videos der Band auf YouTube gesehen haben und um es kurz zu machen: Ja, die Show ist immer so. Das meine ich durchaus positiv, denn diese „80er-Glam-Hair-Metal-Show“ macht einfach verdammt viel Spaß. Dass man viele der Gags und Ansagen schon kennt tut dem keinen Abbruch. Und immerhin bemühte sich zumindest Satchel darum, wenigstens ein paar Sätze deutsch zu sprechen. Er musste sich zwar noch Notizen auf der Handfläche machen, aber immerhin hatte er schon ein bisschen was gelernt: „Ich habe einen Ständer“, „Zeig mich Deinen Fickschlitz“ und „Muschilecken“. Sicher nicht unbedingt im Alltag eines Normalsterblichen nützlich, aber für ein Bandmitglied der Metalgötter von Steel Panther reicht das wahrscheinlich für die grundlegende After-Show-Kommunikation mit weiblichen Fans ;)

Für manchen Konzertbesucher dauerten die Gespräche zwischen den Songs etwas zu lang, man hat durchaus den Eindruck, dass sich mindestens einer in der Band ganz gerne selbst reden hört und während Satchel redete, konnte sich Lexxi um seine Frisur kümmern. Angeblich zum ersten Mal hat übrigens in Frankfurt einer das Angebot angenommen seiner Freundin auf der Bühne einen Heiratsantrag zu machen, der mit einem „Ja“ beantwortet wurde: „Man, now you're totally fucked!“.

Steel Panther - 18.03.2012 - Frankfurt - Foto: Carsten Dobschat

Auf jeden Fall ist eine Steel Panther Show schwer unterhaltsam, sollte man zumindest mal gesehen haben. Man darf natürlich mit der sehr deutlichen Sprache zu diversen sexuellen Themen und Praktiken kein Problem haben und üblicherweise auch nicht zum Lachen in den Keller gehen. Wie das in etwa aussehen kann, ist in der Galerie unserer Schnappschüsse zu sehen.

Setlist:

  • Supersonic Sex Machine
  • Tomorrow Night
  • Fat Girl
  • Asian Hooker
  • Just Like Tiger Woods
  • Gold Digging Whore
  • Gitarren-Solo (das Beste der Welt!)
  • It Won't Suck Itself
  • Community Property
  • Eyes Of A Panther
  • Girl From Oklahoma
  • Party All Day
  • Turn Out The Lights
  • Death To All But Metal
  • Cover-und-Geplapper-Medley (statt „I You Really Really Love Me“, das auf der Setlist stand)
  • 17 Girls In A Row
  • Let Me Cum In

5 Responses

  1. Das war dann Paris | Dobschat

    [...] 5 Euro für ‘ne Cola, 7 Euro für ein Bier. Die Steel Panther Show war auch großartig, die Stimmung besser als in Frankfurt (sorry, war eben so) und das lag nicht daran, dass die Mädels in Paris der Aufforderung ihre [...]

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