Am 30. Juli folgt der nächste Marvel-Film von Sony, der Trailer dazu ist einige Tage draußen und halb Nerdistan fragt sich jetzt, ob Spider-Verse und Marvel Cinematic Universe doch näher zusammen rücken statt getrennt zu werden oder was nun eigentlich los ist. Falls du jetzt schon ausgestiegen bist, hier eine kurze Erläuterung:

Die Filmrechte für die Marvel-Figuren liegen nicht alle bei den Marvel-Studios (Disney) selbst, einige Rechte hat Marvel vor vielen Jahren verkauft, unter anderem die Rechte für Spider-Man und seine Gegner (das Spiderverse) an Sony. Damit aber Spider-Man auch im MCU auftreten konnte, sind die beiden Unternehmen eine Kooperation eingegangen. Soweit so gut, irgendwann stritt man sich aber über das liebe Geld und trotz einer Einigung, gingen fast alle Fans davon aus, dass Spidey das MCU wieder verlassen würde. Anbieten sollte sich dafür der nächste Dr. Strange Film, in dem es ja irgendwie um das Multiversum ging (ein Konzept paralleler Realitäten, welches für viele ausgezeichnete Comic-Storys und noch mehr Verwirrung verantwortlich ist). Sony hatte mit „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ das Konzept des Multiversums ja schon eingeführt.

Jetzt also der Trailer zu Morbius, der gleich zwei Anspielungen auf das MCU enthält: Einmal ein Spider-Man-Graffiti im Hintergrund, das mit „Murderer“, also Mörder besprüht wurde, ein Anspielung auf das Ende von „Spider-Man. Far from home“ und Michael Keaton, der in „Spider-Man: Homecoming“ den Spider-Man-Gegner Vulture spielt. 

Die wahrscheinlichste Erklärung, die man sich hier zusammen reimen kann (die genauen Absprachen zwischen Sony und Marvel sind ja nicht bekannt): Beide dürfen Spider-Man in ihren Filmen nutzen und Sony kann die Welt rund um Spider-Man selbstständig gestalten und muss dabei keine Rücksicht auf das MCU nehmen (okay, sie sollten Spider-Man nicht sterben lassen). Dabei wird es natürlich zwangsläufig zu Logikfehlern kommen, aber die gibt es ja bereits innerhalb des MCU und wenn man mal anfängt ein paar ältere Comics zu lesen… Schon praktisch immer gab es in den Comics Figuren, die in mehreren Serien auftraten und dabei gab es immer wieder mehr oder weniger große Situationen, in denen dann die Geschichten eigentlich nicht mehr richtig zusammen passten.

Aber was macht das schon? Fehler hin oder her, ein MCU ohne Spider-Man oder ein Sony-Universum, in dem sich nur Spider-Man-Gegner, aber kein Spider-Man tummeln wären die deutlich schlechteren Alternativen. Oder etwa nicht? Abgesehen davon ist doch eines viel interessanter, als diese ganzen rechtlichen Fragen: Vulture, Mysterio, Venom und nun Morbius - das sind schon vier Spidey-Feinde, die alle mal Teil mindestens einer Inkarnation der Sinister Six waren. Spider-Man gegen die Sinister Six, das wollen wir doch sehen - und ohne Iron Man, der im Zweifel Spidey den Arsch rettet, könnte das ein richtig guter Film werden. 

Aber erst einmal kommt Morbius am 30. Juli und obwohl die Origin-Story von Morbius auch nur eine Variation der „vom Schicksal getroffene Hauptperson versucht mit Wissenschaft und/oder Magie sein Schicksal zu ändern und irgendwie geht alles komplett schief und es wird noch tragischer“-Entstehung von so vielen Comic-Helden und -Schurken ist, zumindest optisch macht der Vampir was her und er glitzert nicht!). Schade, dass gefühlt alle Welt - ich ja auch - über die MCU-Anspielungen in dem Trailer spekuliert. Schade, aber wohl von Sony so gewollt, andernfalls hätten sie die beiden kurzen Einstellungen auch aus dem Trailer raus lassen können. Hoffentlich liegt das nicht daran, dass man bei Sony selbst nicht glaubt, dass der Film ohne diese Anspielungen interessant genug sein könnte. Das wäre dann mindestens so tragisch wie die Titelfigur…

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