Nach 12 Staffel und 279 Folgen ist es nun vorbei mit The Big Bang Theory. Den Dezember nutzte ich noch einmal, um die ersten 11 Staffeln zu schauen, bevor es auf Netflix dann Anfang Januar die zwölfte und letzte Staffel zu sehen gab. Wie jede erfolgreiche Serie, hat auch TBBT nicht nur Fans, es gab von der ersten Folge an Kritik an der Darstellung der Hauptfiguren und manche hatten auch den Eindruck, dass man sich in der Serie über Nerds lustig machen würde und die Witze auf ihre Kosten gingen.

Jetzt bin ich zwar kein Physiker und komme (meistens) mit Menschen ganz gut klar, aber sehr oft habe ich mich selbst in Lennard, Sheldon, Howard und Rajesh wieder erkannt und ich empfand die Darstellung der Figuren und ihrer Eigenarten als liebevoll und durchaus oft auch bewundernd. Für mich war es überwiegend „Lachen mit Nerds“ und nicht „Lachen über Nerds“. Und auch ich habe schon Diskussionen darüber geführt, ob Superman nun wirklich fliegt oder einfach nur sehr hoch und weit springt und wie das mit dem Heben von Thors Hammer denn nun wirklich wäre. Nachdem meine Mutter angefangen hat, alte Fotos zu scannen, empfinde ich auch den Kleidungsstil von Howard gar nicht mehr so ungewöhnlich 😉 Viel häufiger, als ich es zugeben will, hatte ich auch den Gedanken, dass es doch nicht sein könne, dass niemand Sheldon verstehen könne, schließlich lag er doch genau richtig mit seiner Ansicht darüber, dass die Welt und die Menschen allesamt verrückt seien. Ganz abgesehen davon, dass er erkannt hat, worum es bei Jazz wirklich geht… 

Ob man sich selbst zu den Nerds zählt oder sich eher für einen im Vergleich dazu „normalen“ Menschen hält, diese Serie hat sehr viele von uns nun sehr lange begleitet und man fragt sich schon, was nun folgt. Sind tatsächlich alle Nerd-Witze erzählt? Kann doch eigentlich gar nicht sein, oder doch? Möglicherweise müssen die noch nicht erzählten und die Varianten bereits erzählter Nerd-Jokes einfach auch in einer anderen Serie oder auch gar nicht mehr erzählt werden. Eine neue Serie mit ähnlichen Figuren wird es so schnell nicht geben, denn die würde immer an The Big Bang Theory gemessen werden - und die Messlatte liegt hier einfach verdammt hoch. 

Auch jede weitere Staffel der Serie wäre an den bisherigen gemessen worden und möglicherweise war es einfach Zeit, hier einen Schlussstrich zu ziehen, bevor die Serie zu einem Abklatsch ihrer selbst geworden wäre. Wobei manche der Meinung sind, dass sie das schon geworden wäre. Je „normaler“ Sheldon, Lennard, Raj und Howard wurden, desto weniger konnten sie sich glaubhaft wie Klischee-Nerds verhalten.

Ohne Frage wird von der Serie noch sehr viel mehr bleiben, als nur unzählige Wiederholungen bei Pro7: Ein Stipendium wurde nach der Serie benannt, eine Qualle und eine Prachtbiene verdanken ihre Namen Sheldons „Bazinga!“ und eine Ausbildungsstätte von VW wurde Fakultät 73 genannt (73 ist laut Sheldon Cooper die beste Zahl). Eine Kostümparty und deren Besucher in einem Comicladen in Perry Rhodan Neo #3 ist mit Sicherheit nicht die einzige Referenz auf die Serie. Nicht zu vergessen das Lego Ideas Set zur Serie

The Big Bang Theory - Lego-Set

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