Cover: Tapete - Die Ewigkeit des Vergänglichen

Cover: Tapete - Die Ewigkeit des Vergänglichen

Tapete - ein Berliner Solokünstler, besser gesagt: Ein gestandener Rapper aus der Hauptstadt. Doch seine Musik ist anders als die vielen anderen Sachen auf dem deutschen HipHop-Markt. Tapete provoziert zwar, aber alles ohne zu diskriminieren und er schreibt Texte, die keine dominierenden Klischees bedienen. Seine Songs hat er alle in Eigenregie aufgenommen und produziert. Bei zwei Songs bekam er die Unterstützung von Moritz Kaulfers und Norman Garschke, die in Sachen Nachproduktion etwas nachgeholfen haben. Nach der Misere mit einem zu vorschnell unterschriebenen Künstlerexklusivvertrag, der ihn ein Jahr daran hinderte, seine Musik einem größeren Punlikum vorzustellen, folgten Radioauftritte und Interviews bei Radio FRITZ und eine Kooperation mit dooload.de.

Tracklist:

  1. Der Spiegel
  2. Tapete
  3. Großstadtdschungel
  4. Eheleben
  5. Dauerpraktikant
  6. Weisst du noch?
  7. Highway to Mel
  8. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
  9. Loser
  10. Ordnungsamt
  11. Penisneid
  12. Mmh Deutschland
  13. Single Tequila
  14. Der Verfall
  15. Glück
  16. Mantra

Das Schöne an "Tapete" ist die Tatsache, dass seine Songs fernab von jeglichem HipHop-Klischee sind. Hier wird nicht hohl rumgelabert - es geht um die Stadt Berlin, ihre Geschichten, die Gesellschaft und ihre Auswüchse. Viele Rapper versuchen mit der "Reim Dich oder ich fress Dich" Methode teilweise sinnfreie Reimpassage zu verkaufen. Bei "Tapete" ist das anders: hier findet man keine starren oder erzwungen klingende Reimschemen. Stilbrüche sind an der Tagesordnung und der Deutschrap-Standard von heute kann ihm gestohlen bleiben. Und genau das ist es, was ich an dem Künstler und seiner Musik so mag. Seine Stimme ist rauh und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Die Songs sind teilweise temporeich mit chilligen Elementen (z.B. das Saxophon in "Eheleben") oder auch aufgepeppt mit schnellen Rhythmen, die manchmal an osteuropäische Folklore ("Grossstadtdschungel") erinnern. Und nun kommt das, was mir persönlich am Wichtigsten ist: Er ist kein Gangsta und kein Spaßrapper. Er ist direkt, klischeefrei, provoziert gerne und sagt vor allem frei heraus, was ihm auf der Seele liegt und was er uns unbedingt mitteilen möchte. Nein, hinter einer Maske muss sich "Tapete" wirklich nicht verstecken. Hier wirkt nichts erzwungen, künstlich oder erkauft. Er macht sein Ding und das macht er verdammt gut. Schenkt ihm Euer Gehör. Dies könnt ihr auf hhv.de tun. Und wenns Euch gefällt kauft die Scheibe! 9/10 Punkte.


9 von 10 Punkten
Tapete - Die Ewigkeit des Vergänglichen

Die Ewigkeit des Vergänglichen von Tapete wurde am über veröffentlicht.

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