Rezensionen

Lottergirls – Right On

Eine ziemlich seltsame Mixtur: Das Cover lässt mich nicht erahnen, was mich für eine Musik auf dem Album erwartet. Eher hätte ich es anhand des Covers in die seichte Pop-Schublade gesteckt – aber sowas wird man auf „Right On“ überhaupt nicht finden. Hier sind dreckige Beats am Start, ganz nach dem Geschmack des „Terranova“ Musikers Fetisch. Der Drummer von Iggy Pop hat auf der CD genauso was zu sagen wie die 70er Jahre Ikone Amanda Lear. Ein Bläsersatz stellt das Intro dar, bevor es in einen bebenden Disco-Sound übergeht. Dies wäre dann mal die Härte, aber wo bleibt die weibliche Eleganz? Den Job bekam Princess Superstar, die singt, faucht und rappt was das Zeug hält. Eine ziemlich krasse Mischung…

Reviews

Falk Plücker – Das Experiment Mensch

Falk Plücker – wer ist das eigentlich? Am 25. Dezember 1985 wurde er geboren und im Dezember 2001 hat er sich dem Liedermachen verschrieben. Seine Inspiration bekam er wie schon viele andere von großen Liedermachern wie zum Beispiel Joint Venture, Frank Josef Degenhardt und Rüdiger Bierhorst. nach und nach schrieb er die ersten Texte und komponierte die Melodie dazu – bis man sie als richtige Songs betiteln konnte. 4 Jahre später (wieso eigentlich so spät?) begab er sich in ein Tonstudio, um an seiner ersten CD „Tunichtgut“ zu basteln. Das Ergebnis: 21 Songs, in denen man nur Gesang und Gitarre hören konnte – echte Liedermachersongs eben. Nun wurde er auch zum Support von Strom & Wasser und Mike Godyla. 2006 sollte nun schon sein zweites Album folgen, bei dem er teilweise von anderen Musikern unterstützt wurde. Das baby trug den namen „Moralisch kriminell“. Nach einem Auftritt auf dem Sampler „Spontane Grüße aus Liedermaching“, welchen er mit anderen Liedermachern im Januar 2006 aufnahm, erschien im März 2007 nun das mir vorliegende Werk „Das Experiment Mensch“. Laut eigenen Aussagen setzt diese CD andere Schwerpunkte und ist musikalisch anspruchsvoller als die Vorgängeralben. Und was macht ein Liedermacher wenn er mal keine Gitarre in der Hand hat? Er studiert und arbeitet als freier Mitarbeiter für die Westdeutsche Zeitung ;-)

Hutchinson – The Antidote

Zu jeder guten Rock’n’Roll Band gehört schon irgendwie die Frontsau, der Poser der mit seiner Rockröhre seine Fans und vor allem die Mädels begeistert. Bei „Hutchinson“ ist das Nico Kozik. Nach einigen vorherigen Banderfahrungen („Smoke Blow“, „Payola“ oder den „Sissies“) wechselt Nico Ende 2000 fest zu „Payola“, wo er zuvor bei diversen Konzerten ausgeholfen hatte. 2002 landete er wieder bei den „Sissies“ – und als diese sich 2005 nun endgültig auflösten, stampfte Nico ein Soloprojekt aus dem Boden. „Hutchinson“ sollte wohl eine Art musikalische Solospielwiese werden auf der er machen konnte was er wollte. Daraus wurde aber glücklicherweise dann doch eine richtige Band. Das Debutalbum „Bogey Down Babylon“, an dem „Sebastian Meyer“ von Pothead herumproduzierte, erschien Dezember 2006 und erntet von der Presse Applaus. Nach knapp 1 Jahr und ca. 100 Konzerten im In- und Ausland wurde im Sommer 2007 der Nachfolger aufgenommen. Im Gegensatz zum verspielten und teilweise recht elektronisch klingenden Debütalbum wird auf dem von „Gregor Hennig“ (Trashmonkeys und Die Sterne) gemixten Album „The Antidote“ der Sound der 70er Jahre gefeiert. Und zum dem typischen 70er Jahre Sound gehört auch eine Portion Orgel wie man im Song „The Weight Of A Thousand Man“ hören kann.

Mario Siegesmund – Himmel und Erde

Als ich vor knapp einem Jahr die EP Nicht Echt in den Händen hielt wusste ich eigentlich nicht was mich erwartet. Damals kam Mario mit dem Spruch:“Viele versuchen gleich die Welt zu verändern. Andere wollen sie erstmal beschreiben…“ an – und den darf man auch ruhig für das aktuelle Album stehenlassen. Auf „Himmel und Erde“ findet man alle Stücke die schon auf der EP vertreten waren und 6 neue Songs. Die älteren Songs wurden neu abgemischt und das wirkt sich sehr positiv auf den Sound aus. Über 15 Jahre steht Mario nun schon auf der Bühne – als Bestandteil einiger Bands von Pop bis Blues. 2003 war es dann an der Zeit seine eigenen Texte und Melodien zu schreiben. Seine Songs handeln von Liebe, Verliebten, zerbrochenen Beziehungen, Glückskindern, Egoschweinen und Dingen, die man täglich erlebt. Musikalisch bewegt er sich zwischen lockerem Pop, Blues, ein wenig Folk und schönen Balladen.

Eternal Tango – First Round At The Sissi Cafe

Eternal Tango schaffen das, was so manche emocore-Kollegen á la Visual Kei nicht schaffen: Sie sehen gut aus und machen dazu noch richtig gute Musik. Wo man bei den fernöstlichen Kollegen oftmals nur Krach hört, kann man hier eine nette Songstruktur erkennen. Die luxemburger Band „Eternal Tango“ wurde 2002 gegründet. Ihre erste CD erschien als Split-CD mit der luxemburgischen Band Spyglass und wurde von einem sehr bekannten Musik-Magazin zur „Demo des Monats“ gewählt. 2006 kehrt die band nach einer Pause zurück – im Gepäck einen neuen Sänger und einen neuen Bassisten – und einen neuen Sound. Laut Presseinfo könnte man ihren erwachsener gewordenen Musikstil in die „drivingemotional-party-punkrock“ Schublade einordnen, wenn man gerne in Schubladen denkt. Nunja, ich würde eher sagen Punkrock mit deutlichen emocore oder emo metalcore Einflüssen. Das trifft es wohl noch eher…

Querverkehr – Crosswise Intercourse

Querverkehr sind vier Jungs aus Hagen/Dortmund, die Punk-Musik machen. Ich hatte schon lange keine dreckige Punkrock-Platte mehr auf dem Tisch. So richtig schmutzig, laut und schnell – der typische Garagensound – so wie Punk klingen muss und was man bei „Punkbands“ wie WIZO, Toten Hosen oder den Ärzten seit Jahren so vermisst. Seit 1994 machen die Jungs zusammen Musik und das ist schon verdammt lange. Die Texte sind in englisch und nicht bis gar nicht politisch. Ist man schon fast nicht mehr gewohnt…

Nom De Guerre – La La La

Dass einige Kritiker die Jungs von „Nom De Guerre“ laut Pressetext mit Queen oder Madness verglichen haben kann ich persönlich gar nicht verstehen. Und ihren Musikstil als „Power Pop“ mit hämmerndem Klavier, verzerrtem Bass und knackigem Schlagzeug zu bezeichnen passt auch nicht wirklich zu dem was ich da gerade höre. Wie ihr seht kann man „Nom De Guerre“ in keine Schublade stecken. Die Jungs experimentieren gern – das auch gern live – vergessen dabei aber nie den nötigen Schuss Homur und Energie. Ihre erste Single „So Long Sister“ entwickelte sich weltweit zum Youtube-Hit und bekam einen Platz auf dem Sampler „The Big Indie Comeback Vol. 3“. Der Song „Ufo“ war „Download of the Week“ bei Shifty Disco Records. So glänzte „Nom De Guerre“ mit zahlreichen Radioairplays in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Kanada, Brasilien und Schweden. Und nicht nur ihr Sound hat etwas Aussergewöhnliches – ihr Look ist auch etwas ganz Besonderes mit hohem Wiedererkennungswert. Und so wird es ab Herbst eine Hemden-Kollektion geben.

Veagaz – New Suburban White Trash Soul Music

Bei dem Namen „Veagaz“ werden viele von Euch wohl an die bunt schillernde Stadt Las Vegas denken. Aber mit bunt schillernder Musik haben wir es hier absolut nicht zu tun. Das Trio aus Deutschland macht keinen Glamrock und keinen Rock’n’Roll – aber eine Art Indie Rock, der in keine Schublade passt. Als musikalische Orientierung ist schon einmal einer dabei den jeder kennen dürfte: Nick Cave. Die anderen Bands „Sixteen Horsepower“ und „Madrugada“ sind mir jedenfalls unbekannt.

Jill Scott – The Real Thing – Words And Sounds Vol. 3

Ihr Debütalbum mit dem treffenden Namen „Who Is Jill Scott?“ schrieb Jill im Jahre 2000 und gilt als eine der wichtigsten Soul-Veröffentlichungen des letzten Jahrzehnts. Es erreichte nämlich auf Anhieb Doppel Platin. Zwei Grammys, vier Lady of Soul Awards und der Aretha Franklin Award als Entertainerin des Jahres schlossen sich an. Auch die Auszeichnung ihrer folgenden Alben, sowie ihre Zusammenarbeit mit Will Smith, unterstreichen ihr bemerkenswertes Spektrum und Genre-übergreifende Attraktivität. Das aktuelle Album scheint nahtlos an die vorherigen Erfolge anzuknüpfen, was auch das Video zu ihrer ersten Singleauskopplung „Hate On Me“ beweist, denn es läuft auf youtube.com heiss und Jill Scott erntet damit erneut Ruhm und Applaus.

Laid – Laid Night Show

Die Band LAID gibt es in dieser Besetzung seit Oktober 2005. Die Jungs kommen aus Berlin und wollen sich absolut nicht in die Neue Deutsche Welle einreihen oder gar flauen Poprock mit Weichspülermessages machen. Das Hauptanliegen von LAID ist es „echten „Rock zu spielen und dieses „Hallo-ich-bin-jung-und-hab-gerade-ne-supergeile-Zeit“ Gefühl vermitteln. Und dabei geht es um musikalische Ähnlichkeiten mit den Beatsteaks oder auch Slut, die eben genau das rüberbringen.

Ministry Of Sound – The Annual 2008

Wie gewohnt veröffentlicht Ministry Of Sound eine der erfolgreichsten Dance-Compilations des Jahres: The Annual 2008. Wieso ist sie denn so erfolgreich? „The Annual“ zählt zu den meistverkauften Compilations weltweit und das Konzept ist einfach, aber erfolgversprechend: Man nehme die musikalischen Knaller der größten Clubs und packe sie gegen Ende des Jahres auf eine CD. Hierbei wird aber nicht nur altes Zeug wieder aufgewärmt, man findet auch aktuellere Hits und Songs, die erst gegen Anfang des kommenden Jahres veröffentlicht werden. Auf „The Annual 2008“ erwarten Euch 41 Tracks auf 2 CDs. Neben der No. 1 Single „Heater“ von Samim gibt es noch einige musikalische Leckerbissen, deren Name Euch garantiert was sagt. Viele Fans der Annual Compilations freuen sich schon allein wegen der Tracklist auf die am 02.11.07 erscheinenden CDs. Unveröffentlicht bisher sind die Songs von Plastik Funk feat. Cosmo Klein „Irresistible“, den Backside Artists mit „Freed From Desire“ oder Groove Phenomenon mit „Funky Radio (Radio Ga Ga 2007)“.

Minipli – Love Is For The Fishes

Das minimalistische Trio „Minipli“ aus Luxemburg gibt es seit Winter 2006 und bezeichnet sich selbst als Band, welche die normalen Rock-Schemata durchbricht. Stilistisch bewegen wir uns hier im Bereich des minimalistischen lo-fi Electro-Pops mit Gitarren, Keyboards und doppelt aufgenommenen Gesangsstimmen. Dazu kommt ein rock-ähnlicher Sound mit dem sie in dieser Zusammenstellung einen extravaganten Stil entwickeln wollen. Minipli spielten Konzerte in Luxemburg, Belgien und Frankreich. „Love Is For The Fishis“ ist nun ihr Debüt-Album, welches am 12.11.07 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

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