Rezensionen

Karin Melchert – Reason For Living

Karin Melchert ist zurecht eine der erfolgreichsten Sängerinnen in Luxemburg. Sie wurde mit ihrem Cross-Over aus Jazz, Chanson und Pop auch über die Grenzen des Großherzogtums bekannt. Bereits im Alter von 6 Jahren konnte die vielseitige Künstlerin das Publikum mit ihrer souveränen Stimme begeistert. Sie arbeitete mit unzähligen Musikern, Bands und Orchestern zusammen und 1998 machte sie ihr Hobby zum Beruf und seitdem geht sie ihre eigenen Wege. Sie veröffentlichte zwei CDs im Bereich Musical und Jazz und 2004 wagte sie erste Schritte als Songwriterin. 2007 produzierte sie ihre dritte CD „Reason For Living“, um die es hier in diesem Review geht. In Luxemburg stieg sie in die Charts ein und Publishing- und Platten-Deals in Deutschland und Asien folgten. Aktuell macht sich Karin Melchert als Dozentin und Autorin für Gesang einen Namen. Ihr Buch „About Your Voice“ erschien im Mai 2008 in Deutschland. Nächstes Jahr ist ihr Debüt als Romanautorin geplant.

Mighty Vibez – We Comin‘ Around

Da ich nicht wirklich der Reggae-Experte bin, beurteile ich diese Musik meist nach der Eigenschaft ob sie tanzbar ist und ins Blut geht. Und bei den „Mighty Vibez“ aus Fulda überkommt einen echt das Gefühl, als müsse man die ganze Zeit wild in der Gegend rumhüpfen, bis man umfällt. Ob man dabei kreischen und schreien will, das bleibt jedem mal selbst überlassen. Die acht Jungs und zwei Mädels sind in der deutschen Reggaeszene mächtig am Kommen und haben sich in den letzten vier Jahren eine ständig wachsende Fangemeinde erspielt. Kein Wunder bei dem Rhythmus und der Energie, die die Formation live auf der Bühne ausstrahlt. Ihre Musik ist eine Mischung aus treibendem Reggae im Grundgerüst und HipHop, Funk und Ska-Elementen. Diese explosive Mischung sorgte schon auf Festivals in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien für Begeisterung. 2006 wurden sie auf dem Rototom Sunsplash Festival von Jury und Publikum zu den „European Reggae Newcomern 2006“ gekührt und ihr Debütalbum „Open Minded“ erntete im Jahre 2005 einen riesen Applaus und ist inzwischen in der zweiten Auflage vergriffen. Da wurde es nun Zeit für einen Nachfolger. Für die Produktion von „We Comin‘ Around“ wurde Umberto Echo aus München an Land gezogen. Das Musikvideo zu „We Comin‘ Around“ brach innerhalb weniger Tage alle Rekorde und wurde zum meist geklickten Clip seit Eröffnung des Musikvideoportals „c-tube“.

Signum Regis

Manche Musiker haben einfach zu viele Ideen, als dass diese eine Band umsetzen könnte. So auch Ronnie König, der eigentlich bei Vindex am Bass steht. Daher gründete er einfach 2007 die Band Signum Regis, um seinen Songs Leben einzuhauchen. Und das mit Erfolg! So spielt Signum Regis melodischen Metal mit neoklassischen Elementen, welches Melodic-Metal-Fans sicherlich begeistern wird. Mir jedenfalls hat das Album sehr gut gefallen. Der erste Song „Fields of stars“ beginnt sehr monströs mit Orgelklängen, nach denen man eine Fortführung dieses vollen Klanges erwartet. Der dann folgende Einsatz des Gesanges wirkte für mich zunächst etwas dünn, leider hat hier Göran Edman noch nicht ganz seine Höchstform erreicht. Der Refrain geht allerdings ins Ohr, generell ist der Song zügig mit schönen Gitarren. Doch direkt bei „All over the world“ kann Göran Edman dann überzeugen: die Stimme ist viel voller und dunkler, anscheinend liegen ihm diese Töne mehr. Auch hier gefällt mir der Refrain wieder sehr gut und regt direkt zum mitmachen an. Die nächsten beiden Songs „Neverland“ und „Forever and a day“ sind ruhiger, prägen sich aber nicht so ein. Da ist die Midtempo-Nummer „Bright days of glory“ schon einprägsamer und auch die Stimme wieder voller und schöner. „The Rain“ gefällt durch die Gitarrensoli und die Spinettklänge, die sich schön in den Song einfügen. Einen sehr großen Fokus auf den Gesang bietet die Ballade „Passionate love“, welche eine Melodie zum Träumen hat. Dabei kann der Zuhörer einfach in eine andere Welt entschweben. Der nächste Titel „Mountain haze“ bildet als Instrumentalstück dazu einen prima Gegensatz: die Gitarren übernehmen hier die Führung.
Ebenfalls schnellere Gitarren in Kombination mit Spinettklängen und schönen Harmonien bietet „Follow the light“. Den Abschluß der CD bilden die Songs „The ten thousand“, dessen Refrain wieder sehr ins Ohr geht und teilweise leicht orientalischen Klängen überrascht, sowie „Sirens Roar“, das auch einfach im Gedächtnis bleibt. Beide Stücke gefallen mir sehr, sind zügiger und bieten wieder tolle Gitarren. Bei den ersten beiden Stücken der CD dachte ich schon „mmhh.. einige Melodieteile kommen mir bekannt vor“ (woher weiss ich aber bis heute nicht, vielleicht habe ich das deja-vu ja auch nur, weil mir die Melodien direkt im Kopf geblieben sind), aber bei „Silence roar“ war ich mir sicher: das Gitarrensolo kenne ich. Und tatsächlich: es ist ein Stück des Türkischen Marsches. Und wer Nintendo und dazu noch Donkey Konga-Fan ist, der wird sicher wissen was ich meine und so wie ich dieses Lied schon so einige Male dazu getrommelt haben. Aber das nur am Rande ;)

Epigon – Insofern

„Epigon“ ist eine Band aus dem bayrischen Grafenwöhr, die sich bei der Findung des Bandnamens mal richtig Gedanken gemacht hat. Was macht man, wenn man als Band das Ziel hat, sich vom Einheitsbrei abheben zu wollen? Man nennt sich eben augenzwinkernd „Epigon“: abgeleitet von „Epigonen“ – das sind Nachahmer ohne eigene Ideen. Dass man die Musik eigentlich nicht mehr neu erfinden kann und muss dürfte auch jedem klar sein. Alles war schonmal irgendwie da und nun muss man daraus das Beste machen. „Epigon“ versuchen nicht krampfhaft das Rad neu zu erfinden, sie versuchen dem schonmal Dagewesenen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Und das schaffen sie auch ganz gut. So vermischt man deutsche Texte mit Funk-, Indie- und Rockelementen und versucht bei der Lyrik durchaus modern zu bleiben. Die Texte sind gut anzuhören und ohne diese Problemwälzerei, welche viele deutsche Bands im Rockbereich gerne zelebrieren.

Reviews

RANDALE – Der Hardrockhase Harald

Ich musste schon sehr schmunzeln, als ich diese CD das erste Mal in den Händen hielt: Der Hardrockhase Harald mit einer Gitarre in den Pfoten, einer Sonnenbrille auf der Nase und einem an die Ramones angelehnten Shirt. Entweder ist das nun Comedy oder eine CD für Kinder. Irgendwie ist es beides. Die Bielefelder Rockband RANDALE macht Rockmusik für Kinder. In den 13 brandneuen Songs trifft man den Fischotter Otto, Anton das Meerschweinchen, eine Fledermaus, den kleinen Luchs und natürlich den Hardrockhasen Harald. Im Großen und Ganzen dreht es sich um den Heimat Tierpark Olderdissen. Die Band versucht gar nicht erst sich bei Kindern und Eltern mit „lustigem Kinder-La-La-La“ anzubiedern, sondern überzeugen ihre Fans und die die es noch werden wollen mit Rocksongs und Konzerten. Auf ihren ersten CDs griffen sie vor allem auf altbekannte Klassiker wie die „Vogelhochzeit“, „Der Kuckuck und der Esel“ zurück – die neue CD hingegen enthält nur Eigenkompositionen. Zu dem besungenen Tierpark Olderdissen haben die Jungs ein ganz besonderes Verhältnis. Seit 2004 geht nämlich ein Teil der CD-Erlöse an diesen Tierpark und im Rahmen einer Gehegepatenschaft ist das „Hochlandrind McGregory“ das „Patenrind“ von RANDALE. Bis heute verkaufte die Band 20.000 CDs im Eigenvertrieb und man kann hoffen, dass der Hardrockhase Harald auch ein Erfolg wird.

The Keith Reid Project – The Common Thread

Keith Reid gründete 1967 zusammen mit Gary Brooker die Band „Procol Harum“. Mit dem Tophit „A Wither Shade Of Pale“ erreichte das Duo einer der größten Erfolge der Rockgeschichte. Für das „Keith Reid Project“ konnte Keith einige renomierte Rockgrößen gewinnen. Der rote Faden, der sich durch Reids Leben zog heisst nun „The Common Thread“. Das Album ist eine Verwirklichung seines großen Traumes. Die 8 Singer und Songwriter, die er für sein Projekt gewinnen konnte interpretieren Keith Reid’s Texte und Geschichten. Und alle Songs passen den Künstlern wie angegossen. Zeitlos schöne Rockmusik mit Einflüssen aus Rock, Folk, Pop und sogar Americana, Blues, Latin und Irish Folk. Ausserdem hat das Album etwas ganz Besonderes zu bieten: 1686 schrieben Chris Thompson und Keith Reid den Song „You’re The Voice“, mit dem John Farnham einen Welthit erzielte und auf „The Common Thread“ ist nun die unveröffentlichte Originalversion, die Chris selbst einsang.

Philipp Poisel – Wo fängt dein Himmel an?

Die Karriere von Philipp Poisel (ausgesprochen: Poasell) entwickelte sich mit rasender Geschwindigkeit. Er trampte durch Osteuropa, verbrachte einige Winter in Litauen und Schweden und verdiente sich auf manchen seiner Reisen den Lebensunterhalt auf den Straßen mit Singen und Gitarrespielen. Philipp kommt aus einer schwäbischen Provinz und wurde 1983 in Ludwigsburg geboren. Er ist ein Vagabund im 21. Jahrhundert und dennoch ist ihm klar, dass seine Heimat ihn geprägt hat. Er kann sich vorstellen, sein Leben lang unterwegs zu sein und trotzdem mit seiner Heimat verbunden zu bleiben. Die Inspirationen für seine Lieder findet er im Zug, im Bus, auf der Straße und in den Häusern der Menschen, bei denen er einkehrt. Er ist der geborene Geschichtenerzähler und erzählt bei seiner Heimkehr von unterwegs und singt in seinen Liedern von Zwischenmenschlichem, das ihm begegnet. Mit seinen Songtexten sollte sich also jeder identifizieren können, der die Augen draussen stets offen hat.

Lanfear – X to the Power of Ten

„X To The Power of Ten“ (VÖ 22.08.08, Locomotive Records) ist bereits das fünfte Studioalbum der Powermetalband Lanfear aus der Nähe von Heilbronn. Nach der Gründung im Jahr 1993 nahm die Band ein Demo auf, zwei Jahre später folgte das erste Album „Towers“, welches zunächst selbst vertrieben wurde, dann jedoch 1997 in einer Neuauflage bei Urwerk Records erschien. Die CDs „The Art Effect“ (2003) und „Another Golden Rage“ (2005) wurden über Massacre Records veröffentlicht, in diesem Jahr war die Band ebenfalls auf Deutschlandtournee mit Morgana Lefay & Mindcrime. Seit 2006 lässt Nuno Miguel Fernandes das Mikro erzittern, da sich die Band von Tobias Althammer getrennt hatte. Vorher gab es bereits einen Wechsel am Bass und am Keyboard.

Charing Cross – We are… Charing Cross

Die Geschichte von „Charing Cross“ reicht eigentlich bis in die späten 80er Jahre zurück, auch wenn der Beginn der Band wie wir sie jetzt kennen im Jahr 1993 war. In diesem Jahr kam Pascal Zwyssig hinzu, der inzwischen das älteste (im Sinne von „am längsten dabei“) Mitglied im aktuellen Line-Up ist. In den folgenden Jahren war die Geschichte der Band nämlich von häufigen Line-Up Wechseln gezeichnet. Trotzdem wurden viele Konzerte in dieser Zeit gespielt – Clubs Shows sowie Festivals – und man stand mit Größen wie Nazareth, Suzie Quattro und Soul Sirkus auf der Bühne. 4 Demos und eine EP wurden aufgenommen und 2005 war das heutige Line-Up gefunden. Das aktuelle Album „We are… Charing Cross“ wurde von der Band selbst gemixt und produziert und für das Mastering war Dave Ponzio (DPP Studio) zuständig.

Dreamtide – Dream And Deliver

Die Fans des Hardrock bzw. AOR werden dieses Jahr wirklich verwöhnt und dürfen eine Menge Geld für richtig gute CDs in diesem Bereich ausgeben. Der nächste Grund mal wieder Geld auszugeben heisst „Dreamtide“. „Dream And Deliver“ heisst das aktuelle Album der Hannoveraner Rocker, welches nach den Veröffentlichungen von „Here Comes The Flood“ (2001) und „Dreams For The Daring“ (2003) am 29.08.08 erscheinen wird. Im Jahre 2008 besteht die Band aus Gitarrist Helge Engelke, Schlagzeuger CC Behrens, Keyboarder Torsten Lüderwaldt und Sänger Olaf Senkbeil. Engelke, Behrens und Lüderwaldt sind ausserdem noch Bandmitglieder der deutschen Melodic Rock Band „Fair Warning“. Neu im Line-Up ist Bassist Francis Buchholz, der 2007 zu „Dreamtide“ stieß. Francis dürfte einigen auch bekannt sein durch seine Zeit bei den Scorpions (bis 1992).

Janina – 1 2 3

Der moderne Liedermacher beherrscht es, die männlichen Gefühls- und Gedankenwelten in all seinen tragischen, romantischen und frivol-obszönen Facetten offen zu legen. Er schafft es, dem Publikum all jenes, was es eigentlich auch selbst weiß, so vorzutrompeten, dass es weinend, glucksend oder lachend „Kenn ich!“ ausruft. Das ist vielleicht sein Geheimnis.
Umso schöner ist es, das zweite Album einer Künstlerin vorstellen zu dürfen, die den Liedermacher-Freundinnen dieses Landes eine ambivalente Gefühlsregung ermöglicht. Eine Liedermacherin – namentlich Janina – die genau das macht, was die beklampften Herren der Schöpfung alltäglich fabrizieren. Nur eben aus einer anderen Perspektive – aus der Sicht einer Frau.

Supergiant – Antares

Nach der Gründung im Jahre 2005 begann die musikalische Karriere von „Supergiant“ mit einer „gerade raus“ Haltung. Nachdem die Band mehr als 6 Monate zusammen spielte, wurde eine hochgelobte selbstbetitelte EP herausgebracht und „Supergiant“ krachten mit einem lauten Knall in die Musikszene. Es wurden Konzerte gespielt, deren Bühnenshow nur so vor Kraft strotzte. So erlangten sie auch schnell den Respekt der musikalischen Kollegen und teilten die Bühne mit Fu Manchu, Fireball Ministry, Weedeater und den legendären Blue Cheer – um nur einige zu nennen. Nun ging es wieder raus auf die Straßen, um so schnell wie möglich ihre Version des Rock’n’Rolls zu verbreiten – dabei immer schön den Fuß auf dem Gaspedal. Im Jahre 2007, nach einem weiteren Tour-Jahr und heimischen Shows, war die Band bereit, ins Studio zu gehen, um ihren ersten Longplayer aufzunehmen. „Antares“ enthält 13 Songs, die in 3 Tagen aufgenommen wurden und es auf eine Spielzeit von 72 Minuten bringen.

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