Bereits zu Skid Row hatte der Wind sich so weit gelegt, dass es wieder möglich war die Backdrops der Bands aufzuhängen und so konnte auch Cannibal Corpse ihres nutzen. Allerdings gab es vom ganzen Tag keine Videoaufzeichnung. Für die Fotografen im Graben natürlich schön, aber um im Nachhinein das Ganze noch mal Revue passieren zu lassen schade war. Ebenso für all diejenigen, die nicht kommen konnten, aber wenigstens dann das ganze live auf dem Bildschirm mitverfolgen wollten.

Cannibal Corpse sorgen ja immer mal wieder bei den Behörden für Aufsehen bzw. werden ihre Coverartworks oder Songs zensiert bzw. auf den Index gesetzt. Auch für das Rock Hard Festival galten für die Band besondere Regeln, denn die Stadt Gelsenkirchen hatte per Ordnungsverfügung das Spielen von insgesamt 6 Songs untersagt ("Evisceration Plague", "Gutted", "Devored by Vermin", "A Skull full of Maggots", "Stripped, Raped & Strangled", sowie "I cum Blood"). Diese standen dann auch ganz brav nicht auf der Setlist. Aber mal ehrlich: hätten die Aufpasser der Stadt die Songs überhaupt erkannt? Und wer - es sei denn, man hat sich die Texte vorher durchgelesen - hätte irgendwas vom Text erkennen können und wäre dadurch "gefährdet" gewesen? Aber nun gut... es wird sich schon jemand was dabei gedacht haben.. oder so..

Vor dem Auftritt hat sich der Corpsegrinder noch mal "chick" gemacht. Was bei ihm heißt: ne pulle Wasser über den Kopf gießen ;) bangt sich dann besser. Und wer will abstreiten, dass er der Meister des Helikopterbanges ist? Vor einem Wettstreit mit seinen Fans schreckt er auch nie zurück.

Zum Auftritt braucht man nicht viel zu sagen: die Jungs haben das Amphitheater so richtig zum Beben gebracht. Das Publikum feierte die Band ordentlich ab und das mal wieder zu recht. Insgesamt 11 Songs bekamen die Fans um die Ohren geknüppelt, wobei als Zugabe dann noch "Hammer smashed Face" ohne Gesang zum Besten gegeben wurde. Da fehlte zwar was, aber dieser Titel war in Deutschland auch lange verboten und vielleicht wollten sie auf Nummer sicher gehen. Oder grade aus Trotz, denn geplant war der Song lt. Setlist wohl nicht.

Auf Gamma Ray war ich ja persönlich schon sehr gespannt, schade dass sie mein geliebtes Cover "It´s a sin" nicht gespielt haben, bei dem die Gitarren der absolute Wahnsinn sind. Aber man kann ja nicht alles haben. Da ich sonst fast nichts von Gamma Ray kannte, konnte ich mich entspannt nach den 3 Songs im Graben und der Possessed Autogrammstunde meinem Feierabend-Festival-Coctail widmen und den Gig genießen. Und mal ehrlich, das hat gut gerockt, so dass ich bis zum Ende geblieben bin. Auch der Rest des Publikums war begeistert - oder zumindest der größte Teil, einige traten aber schon den Heimweg an - denn es war gut voll vor der Bühne und die Band wurde abgefeiert. Mit einer Mischung aus alten Klassikern und Songs des letzten Albums (dessen Veröffenlichung auch schon wieder 5 Jahre zurück liegt) konnten Kai Hansen und seine Mannen überzeugen. Ein würdiger Headliner!

Durch den doch starken Wind tagsüber hat man aber wohl gar nicht so gemerkt, wie einen die Sonne verbrezelt hat und anscheinend habe ich letztendlich mehr Sonne abbekommen, als gut gewesen wäre. So wich wohl immer mehr Farbe zum Ende des Gigs aus meinem Gesicht, so dass eine Freundin, mit der ich der Band lauschte, entsetzt meinte "meine Güte, siehst Du sch** aus, kommst Du überhaupt noch alleine nach Hause??" jaaa.. das hat noch mit Bus & Bahn geklappt. Und an dem einen Coctail hatte das bestimmt nicht gelegen. Und am Auftritt von Gamma Ray erst recht nicht ;) Am Sonntag war dann wohl nen Cappi fällig..

Hier beide Bands in Bildern

Cannibal Corpse:

Gamma Ray:

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