Rezensionen

Defcon – Neon Nights

Im Jahr 2005 fanden sich 6 Musiker zusammen, um eine neue Band zu gründen: Defcon war geboren. Und sie machten sich sogleich daran, zusammen Musik zu schreiben und zu spielen. Bereits die EP „Fuel the fire“, welche 2006 aufgenommen wurde, erhielt gute Kritiken. Nun haben die 6 Jungs von Defcon noch einen drauf gelegt und ihren ersten Longplayer auf den Markt gebracht: am 20.10.08 wurde „Neon Nights“ unter dem Label/Vertrieb FinestNoiseRecords/RADAR veröffentlicht. Damit langen sie direkt wieder in die vollen. Der Mix aus Punk und Hardcore rockt gewaltig. Es erinnert mich an eine Mischung aus Bands wie Blink 182, The Offspring, Unwitten Law und Linkin Park: punkige Songs, mit teilweise härteren Parts und Shouts. „Raise your dreams“ ist ein kurzer, sehr punkiger Song mit einem schönen Intro. Der nächste Song haut vom Gesang teilweise härter rein, doch auch hier ist Pogen angesagt: bereits beim ersten Hören konnte ich mir diesen Song super in der Disco und auch live vorstellen. Da geht es sicher im Publikum richtig zur Sache, Songs zum hüpfen, pogen und mitfeiern. Liveauftritte sind zudem eine Leidenschaft der Österreicher, selbst die Aufnahmen zum aktuellen Album haben sie von Konzerten nicht abhalten können. So konnten sie bereits 2006 und 2007 mit nationalen und internationalen Bands Konzerterfolge feiern, unter anderem mit Boysetsfire (USA) oder 3 Feet Smaller. Genauso rockig geht es auch in den nächsten Songs weiter. „King of the world“ hat keine so harten Phasen, dafür eher ein paar Ska-Elemente. Doch Zeit zum Luft holen bleibt dem Zuhörer nicht, der Titelsong des Album setzt das Tempo weiter fort. Bei „Our Curse“ wechselt sich Punk mit Hardcore ab, fast wie in einem Duett. Die Freunde härterer Gangart kommen bei „Love and Betrayal“ auf ihre Kosten, der Song geht richtig in die Vollen. Die nächsten Songs bestehen wieder aus Wechselspielen zwischen Punk und New Metal, mit klassischem punkigem Chorus. Dennoch sind sie keineswegs eintönig, ganz im Gegenteil. Die einzige Ruhepause und somit die Ballade des Albums ist „10-80 (The Cold)“. Hier bleibt ein bisschen Zeit zum Träumen. Nur gegen Ende steigert sich das Tempo noch ein wenig. Bei „Last Song“ ist der Titel Programm, denn er bildet den Abschluß dieser sehr gelungenen CD und geht wieder mehr auf die punkigen Einflüsse zurück, welche die Bandmitglieder alle verbinden, die sonst aus durchaus unterschiedlichen Musik-Genres kommen.

Elijah – Free

Und wieder ein englischsprachiger Singer/Songwriter, der mit seiner EP einen (sehr kurzen) Abriss über sein musikalisches Schaffen gibt. Wie es sich für einen Singer und Singwriter gehört, ist der 17jährige (!) Österreicher nur mit seiner Stimme und seiner Gitarre bewaffnet und räumte 2008 mal eben den gesamten „Local Heroes“ Bandwettbewerb ab. Elijah’s Song „What I Feel“ erreichte den dritten Platz in den Charts des Independent-Radios „97.9 FM Soundportal“. Wie es sich für einen jungen Mann in seinem Alter gehört, singt er in seinen Songs vor allem über seine Gefühle – allerdings ohne jeden Kitsch und Schmalz.

Montys Loco – Farewell Mr. Happy

„Montys Loco“ ist ein Duo aus Schweden, das in seiner Heimat schon eine Menge positive Kritiken eingesammelt hat. Presse und Fernsehsender stehen total auf die zwei Damen, deren Musik sich irgendwie zwischen Björk und Patti Smith ansiedeln lässt. Und genau da zieht sich in mir alles zusammen. Wie auch bei Björk wird das Grundgerüst des Popsongs, welches vor allem durch die kräftigen Stimmen gebildet wird, mit vielen musikalischen Elementen und Farben aufgefrischt. „Farewell Mr. Happy“ ist schon das vierte Album, das eindeutig im Alternative-Pop-Bereich anzusiedeln ist.

Feinkost – Alles Was Ihr wollt

Feinkost: das ist Musik, die nicht jedes Klischee bedient, welches man heute überall findet. Das sagt die Presseinfo über die Jungs, die sich 2005 beim renommierten Hamburger Popkurs getroffen hatten, um bei Peter Weihe, Jane Comerford und Edith Jeske das musikalische Handwerk auf und auszubauen. Ob dem wirklich so ist, werde ich jetzt mal antesten und höre mir die EP „Alles Was Ihr Wollt“ an. Frontmann der Band „Feinkost“ ist Texter und Gelegenheitsgitarrist Julian Sengelmann. Der Musiker und Schauspieler ist mit der Bühne und der Musik verbunden, seit er laufen kann. Ab und zu ist er auch mal im Kino oder im TV zu sehen – so z.B. ab Herbst in einer Hauptrolle der ARD in der Serie „Türkisch für Anfänger“. Nach über 100 Shows, zwei eigenen Deutschlandtourneen, drei EPs, der Aufnahme in den Bandpool der Popakademie Baden-Württemberg, der Veröffentlichung auf dem Sampler „Gestatten, wir kommen aus Hamburg“, dem Support für Silbermond und der VW Soundfoundation Artistroster 2008/09 kann man deutlich erkennen, dass es richtig vorwärts geht bei „Feinkost“.

J.B.O. – Live Sex

Nach langen Bitten und Betteln haben sich die JBO’s erweichen lassen, und ihren treuen Fans das heiß ersehnte Live Album beschert. Seit dem 01.10.01 ist die Scheibe in den Plattenläden erhältlich. Neben den Krachern der SEX SEX SEX wie z.B. „Ich sag J.B.O.“ und „Ich möcht so gerne Metal hör’n“ sind auf der Scheibe noch die Hits wie „Ein Fest“, „Verteidiger des Blödsinns“ und natürlich unser aller Lieblingssong „Ein guter Tag zum Sterben“ (und dieser sogar doppelt) enthalten. Kurzum ist auf der CD so gut wie jeder Song enthalten der nun mal zu der Setlist eines J.B.O. Konzerts gehört. Wer noch nicht in den Genuss eines Live Auftrittes gekommen ist bekommt durch dieses Live-Album einen kleinen Eindruck was so auf einem Konzert ab geht.

Anna Leong – Terrorarium

„Anna Leong“ ist eine Independent-Band aus Schweden – genauer gesagt aus der Stadt Umea. Gegründet wurde „Anna Leong“ im Jahre 2003 und schon damals machte die Truppe mit ihrer Single „Fever“ auf sich aufmerksam. Das folgende Debütalbum „After The Forest Fire“ sorgte für Schlagzeilen und am 25.04.2008 wurde das aktuelle Album „Terrorarium“ in Schweden veröffentlicht.

Mythos – Surround Sound Offensive

Hinter dem Namen „Mythos“ steckt der Multiinstrumentalist Stephan Kaske, Thomas Hildebrand und Harald Weiße. Im Jahre 1969 wurde das Projekt gegründet und nach hunderten von Konzerten spielte das Trio 1971 auch auf dem legendären Langelsheim Festival, dem „deutschen Woodstock“. Durch dieses Festival kamen die Herren zu ihrem ersten Plattenvertrag mit dem OHR-Label und 1972 wurde die erste „Mythos“ LP veröffentlicht. 1981 gründete Kaske das „Mythos Studio Berlin“, was durch den Bekanntheitsgrad von Kaske eine echte Goldgrube war. Er produzierte unzählige Bands und Projekte, sowie Musik für TV, Radio und Werbespots. Seine Produktionen erhielten nicht nur Bestkritiken, sondern auch Auszeichungen wie den „Schwingungen Ehrenpreis“ anläßlich der Veröffentlichung des Vierfach-Albums „The Electronic Four Seasons“ und „für sein bisheriges Werk und den dauerhaften Einfluss auf die internationale Elektronik Musik“. Ende 2006 veröffentlichte Kaske zum ersten mal eine Produktion im SuperAudioCD Format und 2008 überraschte er uns mit einem sehr speziellen Album: „der Surround Sound Offensive“. Wie der Name schon erahnen lässt, ist die CD vor allem für Freunde des Surround Sounds und des technisch/musikalischen HighEnds produziert.

TOTROX – Staffel 1

Die Entscheidung Musik zu machen, fällte der kleine Thommay schon recht früh. Stein des Anstoßes waren Elvis Filme, die er mit seinem Opa anschaute. Es dauerte nicht lange, da bekam der kleine Thommy ein Micky-Mouse Schlagzeug und konnte damit seinen Eltern auf der Nase rumtrommeln. Da die Begeisterung für einige Sachen bei Kindern nie wirklich lange anhält, wurde das Schlagzeug wieder abgegeben. Das hinderte Thommy aber nicht daran, weiter Musik zu machen. Mittlerweile konnte er jedes Lied von Elvis lautstark mitsingen. Und das nicht nur zu Hause, sondern auch beim Fahrradfahren, im Unterricht, beim Austreten und in fast jeder alltäglichen Situation. Zum Jugendlichen herangewachsen entwickelte er sich zum relegrechten Musikjunkie, lernte viele neue Musikrichtungen kennen und besuchte leidenschaftlich gerne Konzerte – Depeche Mode, Rock und Heavy Metal waren seine Leidenschafen. Ein Ersatz für das Micky-Mouse Schlagzeug musste her und da ein richtiges Schlagzeug zu groß war, entschied er sich für die E-Gitarre. Fortan wurde viel Krach gemacht und er versuchte, Songs nachzuspielen. Im Rahmen einer Geburtstagsparty eines Freundes in einem Proberaum kam er auch in die Versuchung, Karaoke zu singen. Robbie Williams war an der Reihe und am Ende wurde geklatscht. Lag es am Alkohol oder an seiner Sangeskunst? Er war sich nicht ganz sicher. Mit seinem Freund bastelte er fortan an Songs und brachte seine Stimme ein. Durch Zufall wurde Thommy Gitarrist bei einer Punkband, weil sein Vorgänger gegangen wurde. Nach einem halben Jahr merkte er aber, dass Punk nicht wirklich sein Ding ist und er kam wieder zum Schlagzeug zurück. Und als Drummer kam er in die nächste Band. Seine eigene Songschreiberei lief aber nebenbei weiter und als einige Songs fertig waren entstand „TOTROX“.

Voodoo Six – First Hit For Free

Voodoo Six? Noch nie gehört…
Dabei wurde die britische Band bereits 2003 gegründet und supportete 2005 Iron Maiden live. Bassist Tony Newton und Schlagzeuger Grav waren vor „Voodoo Six“ Mitglieder der „Dirty Deeds“, welche aktuell wegen einem Plagiatsrechtsstreits mit Velvet Revolver in den Schlagzeilen sind. Auch die „Dirty Deeds“ standen schon auf der Bühne mit Iron Maiden, DIO und UFO. Gitarrist Matt Pearce war in einer Band namens „Monterrey“, welche auch schon Größen wie Skid Row, Great White, Guns n’Roses und Faith No More supportete. Zusätzlich spielte er auch in der „Tracie Hunter Band“ – Tochter des legendären Ian Hunter. Frontmann Henry Rundell spielte als Jungspund vorbildlich Klavier und Klarinette und als ihm das nicht mehr reichte, schloss er sich der „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ Kultur an. Gitarrist Chris Jones sammelte seine Erfahrungen in einer Pantera Tribute Band und bringt nun die härtere Gangart in seine neue Band ein. Verknüpft man diese vielseitigen musikalischen Erfahrungen und Einflüsse, kann man sich ungefähr vorstellen, wie „Voodoo Six“ klingen mögen. 2007 entschloss man sich dann, das bereits 2006 erschienene erste Werk ein wenig zu überarbeiten. Ein neuer Remix von Mike Fraser (der schon Werke von Van Halen, AC/DC, Aerosmith, Metallica oder The Cult bearbeitet hat) und eine starke Single („Faith“) dazugepackt und schon hält man die aktuelle CD „First Hit For Free“ in der Hand. Wenn Steve Harris von Iron Maiden schon sagt, dass dieses Debütalbum das beste Debütalbum sei, das er in den letzten Jahren gehört hat, dann macht mich das schon sehr neugierig.

Asher Lane – Neon Love

Ihre Karriere begann mit dem Radiohit „New Days“. Das war vor ca. 2 1/2 Jahren. Ein starkes Debüt, aber leider reichte es nicht zum großen Durchbruch. Bei vielen Bands ist nach einem solchen Start schluss und nach dem einen großen Erfolg kommt einfach nichts mehr nach – „One-Hit-Wonder“ eben. Neue Bands werden immer seltener von der Musikindustrie unterstützt und stürzen ab. „Asher Lane“ lassen sich aber nicht unterkriegen und spielten 150 Konzerte (unter anderem auch bei diversen Festivals wie das „Halberg Open Air 2007“, auf dem ich die Jungs das erste Mal live erleben durfte). Sie waren mit Revolverheld auf Tour und haben Partner und Freunde gefunden, die mit ihnen an der Zukunft bauen. Dabei haben sie immer nur ein Ziel vor Augen: den eigenen Weg konsequent weiterzuverfolgen.

ZZ Top – Live from Texas

Da ist sie wieder: ZZ Top, die „little ol‘ band from Texas“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt wird. Seit ihrem Durchbruch in den frühen 70er Jahren und den Top-Alben Mitte der 80er erfreut sich die Band eines weltweiten Erfolges. Das mir nun vorliegende Werk ist das neue Live-Album zur gleichnamigen Konzert-DVD, die im Herbst 2007 in Texas aufgenommen wurde.

Luxuslärm – 1000 km bis zum Meer

Die Band „Luxuslärm“ kommt aus dem Raum Iserlohn und existiert schon seit gut 4 Jahren. Ihre Mission: 1000 km bis zum Meer, aber nur ein kleiner Sprung bis in die Ohren der Hörer. „Luxuslärm“ gingen aus der Coverband „Blue Cinnamon“ hervor und enterten bereits etliche Bühnen im Raum NRW. Live-Erfahrungen sind also genug vorhanden und bei einem dieser Auftritte lernte die Band den Produzenten und Komponisten Götz von Sydow kennen. Dieser machte sich dafür stark, dass die Band ihren eigenen Sound und Stil entwickelt. 2006 begann nun die gemeinsame Arbeit an eigenen Songs mit deutschen Texten, gekoppelt mit krachendem Rocksound. Hier kommt es der Band auch zugute, dass das Quintett sein Handwerk gelernt hat und das als Absolventen der Musikhochschule Enschede. Der Fleiß zahlte sich aus, denn bereits im Januar 2007 wurden „Luxuslärm“ zur besten Rock/Pop-Newcomer-Band in NRW gewählt. Irgendwie fand man zwischen all den Auftritten die folgten noch die Zeit, um im Studio an neuen Songs zu arbeiten. Ein gutes Jahr später ist es nun soweit: Die CD „1000 km bis zum Meer“ ist fertig und lässt mich nägelkauend am Schreibtisch zurück. Deutschrock mit neuen Rockelementen und weiblichem Gesang gibt es ja eigentlich wie Sand am Meer (auch wenn dieses immerhin 1000 km entfernt ist). Im ersten Atemzug kann man Parallelen zu Bands wie „Christina Stürmer“, „Silbermond“, „Juli“ aber auch „Evanescence“ oder „Die Happy“ ziehen. Aber die machen dann doch nicht das was „Luxuslärm“ machen. Evanescence sind zu sehr Gothic angehaucht, Die Happy zu „brutal“ und Christina Stürmer und Silbermond zu Mainstream. Dass „Luxuslärm“ sich von der Masse abheben beweist die Menge an Preisen, die die Band vor kurzem erst wieder gewann: Sieger im Finale von „Dortmund sucht die Superband“ und Gewinner des Publikumspreises bei der Vorrunde zum „Jugend kulturell“-Förderpreis Popmusik 2008 der Hypovereinsbank in Köln.

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