Heute gibt es mal wieder einen Beitrag von uns, bei dem ihr euch nicht einfach berieseln lassen sollt, sondern wir wollen eure ehrliche Meinung zu einem momentan sehr aktuellen Thema: Die verstärkten Sicherheitskontrollen bei Konzerten. Denn aktuell herrscht viel Verunsicherung bei den Konzertbesuchern. 

Spätestens seit den schrecklichen Attentaten im Pariser „Le Bataclan“, dem „Pulse“ Club in Orlando oder der „Manchester Arena” gelten weltweit andere Regeln für Konzertbesucher. Neben den Einlasskontrollen, die wir so gewohnt sind, sind laut Veranstalter und Agenturen unter anderem zusätzliche Einlasskontrollen erforderlich, die längere Wartezeiten nach sich ziehen können. Es werden Metalldetektoren eingesetzt und Bodychecks vorgenommen. Kontrollen, die zwar verschärft wurden, die man aber meiner Meinung nach gerne über sich ergehen lässt, wenn man ein Konzert relativ unbeschwert genießen will, denn trotz allem wollen wir uns ja den Spaß an Konzerten nicht verderben und uns vor allem nicht verunsichern lassen. 

Zusätzlich zu den Bodychecks gibt es noch eine lange Liste mit Gegenständen, die nicht auf das Konzert dürfen. Ist nichts Neues, denn das stand auch schon immer kleingedruckt auf den Konzerttickets. Dinge wie Waffen, Pyrotechnik, Spraydosen, Laserpointer, Essen, spitze Nietengürtel oder auch Glasflaschen waren schon immer verboten und das ist auch gut so. Kameras bzw. Laptops waren grundsätzlich auch immer verboten, durften aber bei einigen Künstlern mitgebracht werden. Heutzutage werden diese Dinge allerdings dem Konzertbesucher als sogenannte Sicherheitsvorkehrung verkauft, was ich persönlich als totalen Quatsch bezeichne – man packt sie halt noch mit auf das Verbotsschild, da ist eh schon einiges drauf.

Das alles ist für die Mehrzahl der Konzertbesucher aber auch absolut ok, so auch für mich (bis auf die Sache mit dem Kameras – ich denke wir haben ernsthaftere Probleme als Fotos und Videos, die evtl. in den Sozialen Medien landen). Eine echte Diskussion entsteht allerdings bei der Taschenfrage. So waren zum Beispiel bei Rock am Ring und Rock im Park keine Rucksäcke oder Turnbeutel erlaubt, letztere konnten allerdings käuflich in leerem Zustand auf dem Festivalgelände erworben werden (korrigiert mich, wenn das nicht mehr stimmen sollte – es war mein letzter Stand der Dinge). Rein durfte man allerdings am nächsten Tag nicht mehr damit, aber man kann sich ja jeden Tag einen neuen Turnbeutel kaufen 😉

Rock am Ring, Terror und Bullshit-Rede von Marek Lieberberg

Im aktuellen Sicherheitskonzept vieler Veranstalter – hier als Beispiel Live Nation – heisst es:

Zur Prävention ist ein Verbot größerer Taschen, Handtaschen, Rucksäcke sowie Helme erforderlich. Ebenso werden die Zuschauer gebeten, auf das Mitbringen von Gegenständen aller Art zu verzichten, die nicht zwingend benötigt werden. Damit sollen im Interesse der Besucher die Kontrollen unterstützt und beschleunigt werden. Lediglich kleine Kosmetiktäschchen und Gürteltaschen werden nach händischer Überprüfung zugelassen. Dies gilt auch für leere Trinkfalttaschen mit einem Fassungsvermögen bis zu 0,5l.

Beispielfoto - die Tasche ist natürlich zu groß 😉

Ich persönlich nehme auf ein Konzert nie einen Rucksack mit, allerdings habe ich ein kleines Täschchen, in das gerade mal so mein Geldbeutel, Handy, Taschentücher und mein Schlüssel passen. Keiner will bei einem Konzert seinen Geldbeutel in der Gesäßtasche aufbewahren. Gürteltaschen oder Taschen in der Größe sind also ziemlich praktisch und kommen laut Veranstalter und Agentur auch rein. Doch wissen das auch die Mitarbeiter vor Ort? Mir wurde von Besuchern erzählt, dass auf einem großen Konzert gestern in München teilweise gar keine Taschen erlaubt wurden, bei anderen gingen die Taschen doch durch, solange sie nicht größer als DIN A5 waren. So etwas verunsichert die Besucher und verdirbt dem ein oder anderen, der sich evtl. auf einen zwar längeren, aber durchaus fairen Einlass eingestellt hat, die Stimmung – gerade wenn man nicht gerade wenig Geld für ein Ticket hingeblättert hat. Irgendwann bleibt dann der Geldbeutel auch zu Hause und man steckt sich ein wenig Geld in die Hosentasche für zwei Getränke. Vielleicht ist dann noch genug Platz und Geld da für ein wenig Band-Merch, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder mit mind. 50 Euro lose in der Hosentasche rumlaufen will. Vielleicht braucht man aber doch noch seinen Personalausweis für die Gästeliste oder den Ticketschalter, die Gesundheitskarte und nach Manchester wurde sogar empfohlen, eine Powerbank mit entsprechendem Kabel mitzunehmen, dass man im Falle einer Notlage immer genug Saft für sein Handy hat. Wo soll man das unterbringen? 

Versteht mich nicht falsch: Sicherheit ist natürlich sehr wichtig und Konzertbesucher lassen dafür auch einiges über sich ergehen, aber man möchte in Sachen Planung ein wenig Sicherheit haben, gerade wenn man ein lange Anfahrt auf sich genommen hat, um das Konzert zu besuchen.

Unser Ziel ist es, die Kultur als wesentliches Merkmal einer freien und offenen Gesellschaft nicht einschränken zu lassen und unser gewohntes Leben so weit wie möglich aufrecht zu erhalten“, erklärte Marek Lieberberg, Geschäftsführer von Live Nation in Deutschland, der gleichzeitig um Verständnis für notwendige Sicherheitsvorkehrungen bat.

Ich frage mich nun mittlerweile: Wie kann man denn eigentlich ein Konzert ohne Einschränkung erleben? Ich persönlich würde sagen: Wenn man sich sicher fühlt, aber dennoch ein Konzert voll und ganz genießen kann. Und das kann nur funktionieren, wenn nicht erst vor Ort jeder über die aktuell geltenden Regelungen informiert wird. Und das schließt das Personal ausdrücklich mit ein. Es kann nicht sein, dass bei einem Konzert unterschiedliche Regeln gelten, abhängig davon, an welchen Security-Mitarbeiter man beim Einlass gerät. Ich habe Erfahrungen vom Guns N'Roses Konzert aus erster Hand bekommen, aber ich habe auch von Problemen bei Coldplay gelesen und weitere Konzerte stehen vor der Tür. Deswegen frage ich nach euren persönlichen Erfahrungen, die ihr gerne in den Kommentaren schildern könnt. Aber bitte bleibt fair und konstruktiv 🙂 

Hier der Facebook-Beitrag mit den Sicherheitsmaßnahmen zum Guns N'Roses Konzert in München: