RHA T20

Anfang Mai haben RHA ihren neuen In-Ear-Kopfhörer T20 auf der High End in München vorgestellt und da wir leider nicht nach München fahren konnten, freuten wir uns schon tierisch drauf, den neuen Kopfhörer in den Händen halten zu können. Denn es wurde vorab schon viel versprochen: So besitzt der Neue im Vergleich zu seinem Vorgänger T10(i) eine neue DualCoil™ Treibertechnologie, die einem Klarheit und Präzision weit über herkömmliche Techniken hinaus bieten soll. Wer sich technisch ein wenig mehr einlesen will, was die neue Treibertechnologie betrifft, der kann das gerne auf der offiziellen Seite von RHA tun. Ich war natürlich vor allem am Klang interessiert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass der T10(i) noch zu toppen wäre. Ich hatte bisher den erwähnten T10(i), den MA750i, den MA450i, MA350 und den MA150 getestet, habe somit alle Preisklassen an RHA Kopfhörern durch und war wirklich mit allen zufrieden - wobei man natürlich mit aufsteigendem Modell immer weiter am Klang gefeilt hat, was man auch hört.

RHA T20 Pack Shot

Zurück zum T20: Die Version hat keine Fernbedienung - das liegt daran, dass es ein Modell T20i noch nicht auf dem Markt ist, angekündigt ist diese Version für Herbst 2015. Die Verpackung und das mitgelieferte Zubehör sind identisch mit dem des Vorgängermodells T10(i). In der schlanken, schwarzen Verpackung findet man unter anderem drei Paar Tuning-Filter, mit denen man den Klang nochmal individuell anpassen kann. Ein Paar für die Höhen, eins für die Tiefen und noch ein Referenz-Paar. Alle Filter werden einfach aufgeschraubt und die, die nicht gebraucht werden, sind gut gesichert auf einer Edelstahlplatte verstaut und farblich gut erkennbar markiert. Wie man von RHA gewohnt ist, werden auch wieder etliche Ohrstöpsel mitgeliefert, damit die Hörer gut ans Ohr angepasst werden können und nicht rausfallen. Eine wirklich große Auswahl an Dual Density Silikon, Doppelflansch und Memory-Schaumstoff Ohrstöpseln, sicher verstaut in einer Transport-Tasche, in der man auch die Kopfhörer unterbringen kann, wenn man das will.

RHA T20 Zubehör

Inhalt:

  • T20 In-Ear Kopfhörer
  • Tuning-Filter mit Halter
  • 6 Paar, Dual Density Ohrstöpsel - S x2 / M x2 / L x2
  • 2 Paar, Doppelflansch Ohrstöpsel - S x1 / L x1
  • 2 Paar, Schaumstoff Ohrstöpsel - universelle Passform
  • Edelstahl Ohrstöpsel Halter
  • Hochwertige Transporttasche
  • Kabel-Clip

RHA T20

Der Kopfhörer selbst ist optisch vergleichbar mit dem T10(i), das Kabel und die formbaren Ohrbügel, die übrigens zum Patent angemeldet sind, sind aber komplett in schwarz gehalten, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich mag keine arg auffälligen Kopfhörer. Das Kupferkabel besitzt wieder einen vergoldeten Stecker, der in erster Linie stylisch aussieht, mit seiner Feder aber auch verhindert, dass das Kabel am Stecker geknickt wird, wenn man aus Versehen daran zieht oder es in der Tasche knickt. Die In-Ear-Kopfhörer sind aus Spritzgussedelstahl und auch wenn sich das vom Gewicht her schwer anhört, so wird man überrascht sein, wie leicht sie sich tragen lassen. Sie passen auch in meine eher kleineren Ohren und lassen sich mit den formbaren Ohrbügel zur effektiven Geräuschisolation perfekt am Ohr anlegen. Wie mit allen Ohrbügeln müssen Brillenträger sich erst einmal daran gewöhnen, aber wenn man sie mal angepasst hat, dann sind sie bequem zu tragen und stören kaum.

Nun zum Klang:

Der Frequenzbereich liegt laut Tabelle bei 16-40.000Hz, was ich so noch nie erlebt habe bei meinen Kopfhörern. Dazu kommt eine Impedanz von 16 Ohm und eine Empfindlichkeit von 90dB.

In meine Kopfhörer habe ich die Tiefen-Tuning-Filter eingeschraubt und die mittleren Dual Density Ohrstöpsel aufgesteckt. Die dichten das Ohr bestens ab, lassen von aussen kaum etwas ins Ohr und auch von innen kaum etwas nach aussen. Da sich mein Musikgeschmack eher im Rockbereich bewegt, habe ich natürlich vor allem mit Rocksongs getestet und muss sagen, dass die DualCoil™ Treiber hier genau das Richtige sind. Denn meist kommen vor allem die Gesangs-Höhen zu kurz wenn man einen drückenden Bass erleben will, oder umgekehrt. Ein ausgewogenes Gleichgewicht konnte ich fast nie erreichen, ohne mit Hilfe des Equalizers das gewünschte Ergebnis „zu erzwingen“. Die T20 brauchen das nicht. Natürlich kann jeder seinen Klang so pushen wie er will, aber es muss nicht sein. Hier darf auch gerne mal etwas lauter gedreht werden. Der T20 lässt kaum etwas nach aussen und „klirrt“ auch nicht. Dass man die Musik mit Kopfhörern natürlich nicht zu laut genießen sollte, das muss ich sicherlich nicht noch extra dazuschreiben, oder? ;-) Auch wenn es mit dem Kopfhörer sehr verlockend ist…

RHA T20

Ich habe das tolle Teil auch gleich mal zwei Freunden in die Hand gedrückt, weil ich ihre Meinung hören wollte und weil einer von ihnen der Meinung war, es gäbe wohl keine High-End-In-Ear-Kopfhörer auf dem Markt, die einerseits das liefern, was man will oder die man bezahlen könnte. Für den MA750i muss man knapp 100 Euro investieren, für den Vorgänger T10 muss man 170 Euro auf den Tisch legen, für den T10i 10 Euro mehr und den T20 gibt es für 229,95 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Nachdem meine Freunde den Kopfhörer getestet haben, wurde er mir wortlos wieder auf den Tisch gelegt. Als ich nachfragte mussten beide zugeben, dass sie so ein Ergebnis wirklich nicht erwartet hätten. Sicher überlegt man es sich 3x, ob man eine dreistellige Summe für einen Kopfhörer ausgeben möchte, aber wenn ich bedenke, dass wirklich noch alle (!) unserer getesteten RHA-Modelle funktionieren und auch noch im Einsatz sind, dann lohnt sich die Investition wirklich. Ich persönlich bin sehr anspruchsvoll und Kopfhörer anderer Firmen haben bei mir gerade mal 1 Jahr gehalten. Die von RHA sind nun schon teilweise seit 2012 im Einsatz.

Fazit:
Der RHA T20 In-Ear-Kopfhörer ist ein Kopfhörer mit einem herausragenden Klang und einer extremen Haltbarkeit. Auch wenn ich es nie für möglich gehalten habe, haben es RHA mal wieder geschafft, das Vorgängermodell zu toppen. Und das mit einem neuen Treiber, der einen Klang erzeugt, welcher jedem audiophilen Musikliebhaber einen Seufzer der Verzückung entlocken dürfte. Was kommt als nächstes? Wir dürfen gespannt sein…

Weitere Informationen zum RHA T20 findet Ihr auf der RHA-Homepage.

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