Bildschirmfoto 2013-07-24 um 00.10.23

Wieder musste ein Festival abgesagt werden, dieses Mal trifft es Omas Teich Festival, dass am morgen starten sollte. Diese Absage ist für die Besucher extrem überraschend, am Montag wurde auf der Festival-Seite noch über den bereits laufenden Aufbau berichtet. Auch hier sind wieder die Vorverkaufszahlen Grund für die Absage, die Veranstalter schreiben:

Wir sind sehr traurig darüber, dass mit dieser Absage ein mittlerweile traditionsreiches Festival von der deutschen Openair Landschaft verschwindet. Gleichwohl ist es richtig, aufgrund des schleppenden Vorverkaufes und einer kurzfristig geplatzten Zwischenfinanzierung jetzt die Durchführung des Festivals zu stoppen.

Die bisherigen Arbeiten am Gelände und alle Planungen für das nächste Jahr sind gestoppt. In wie weit es eine Zukunft für das Festival gibt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar.

Wer ein Ticket für das OTF hat, der kann kurzfristig noch auf das Greenville Music Festival umschwenken, das am Freitag startet. Infos dazu gibt es direkt beim Greenville. Wie es mit der Rückgabe von OTF-Tickets aussieht ist noch nicht geklärt:

Aufgrund der ungeklärten Finanzsituation können wir allerdings noch keine konkreten Infos zur Ticketrückgabe bekanntgeben. Wendet euch bei gekauften Systemtickets direkt an Ticketmaster oder Nordwest-Ticket.

Wir drücken die Daumen, dass die finanziellen Fragen geklärt werden können und im kommenden Jahr das OTF wieder stattfinden kann.

 

P.S.: Nicholas Müller hat auf Facebook einen sehr schönen Kommentar hinterlassen, gerichtet an diejenigen, denen nach der Absage nicht mehr eingefallen ist, als auf die Veranstalter zu schimpfen, mit Anzeigen zu drohen und es sowieso grundsätzlich viel besser zu wissen. Der Kommentar gefällt mir so gut, der darf nicht irgendwo bei Facebook verstauben:

So, liebe Wutbürger, Choleriker, Schwadronierer, Finanzexperten & Logisitk-Meister. Ich kotze im Strahl und das aus mehreren Gründen. a) Werde ich mit meiner kleinen Band am Freitag nicht auf Omas Bühne stehen können, was extrem schade ist, da wir das schon einige Male sehr gern getan haben. b) Ist in solchen Situationen stets ungewiss, wie die finanzielle Situation geklärt werden soll. Offensichtlich wurde ziemlich eng genäht und ja, offensichtlich ist die Kohle ausgegangen. Der Tourbus ist gebucht, die Crew auch, 14 Leute wollen irgendwie bezahlt werden. Wie wir das genau handhaben werden, wissen wir noch nicht. Verschenken können wir auch nix. Aber wisster was? Es ist vorerst vollkommen irrelevant!
Weil es c) Hier um die Existenzen echter Menschen geht. Auch, wenn der Name einer Konzertagentur drauf steht. Es ist richtig, die Absage kommt kurz vor knapp, die Gründe hierfür lassen sich nur erahnen. Wenn man ein Logistik-Monster wie ein Festival stemmen will, der Vorverkauf eher schleppend läuft und man dennoch immer noch in der Verantwortung steht, einen ganzen Haufen Menschen nicht zu enttäuschen, dann versucht man wohl sein Möglichstes, um ebenjenes zu tun. In diesem Falle ist das Kind halt zwei Tage vor Festivalbeginn in den Brunnen gefallen.
Versteht das nicht falsch. Ich verstehe die Enttäuschung und sogar die Wut. Ihr habt Erspartes für ein Festival rausgehauen, das nun nicht stattfinden wird. Ihr habt palettenweise Dosenbier und Ravioli gekauft, Urlaub genommen, den Staub vom Vorjahr ausm Schlafsack geschüttelt und die Gummistiefel gewienert. Alles Scheiße. Ich verstehe das. 
Aber bitte... Wenn ich hier irgendwas von "Anzeige wegen Insolvenzverschleppung" lese, Hohn und Spott, wenn Ihr hier salbadert, dass die Veranstalter alles nur geldgeile Schweine seien, wenn Ihr Euch übers Line up beschwert, die Tickets aber schon zuhause habt, wenn Ihr zum Protest aufruft und die Bude auseinandernehmen wollt, um den Damen und Herren vom Oma-Team noch mehr Scheiße ans Bein zu schaufeln, dann kommt mir derart die Galle hoch.
Dann, liebe crazy Fetivalbesucher, seid Ihr nix anderes, als das, was Ihr auf gar keinen Fall sein wollt: Spießige Hasskappenträger, die ihr eigenes Wohl über alles andere stellen und erst mal Rabatz und Randale machen wollen, obwohl sie nicht im geringsten wissen, was überhaupt Phase ist. Der Inbegriff von unsympathischen, reaktionären Axtschwingern.
Hier ist nicht geklärt, was genau los ist. Eine Lösung bleibt abzuwarten. Also haltet doch bitte die Füße still oder gründet nen Stammtisch, bei dem Ihr Euch treffen und Euch gegenseitig einen vorheulen könnt. 
All denen, die die Situation hier objektiv beurteilen einen herzlichen Dank. Dem Oma-Team viel Glück und der Wunsch, dass ihr nicht komplett in den Nesseln landet. All denen, die das Angebot mit dem Greenville-Festival wahrnehmen ein hervorragendes Wochenende. Wir sehen uns da!

5 Responses

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.