Death Angel: Backstage München, 02.07.2009

Ich habe Death Angel vor einem Jahr im 59:1 gesehen, einem kleinen Club in München. Da war die Band wie im Rausch, und die Leute gingen richtig gut ab. Diesmal raufen sich die Thrasher aus der Bay Area mit der Death-Metal-Band Kataklysm zusammen und holen als Support noch die Black-Metal-Truppe Keep Of Kalessin ins Boot. Ob das gut geht? Das Metal-Volk teilt sich prompt in verschiedene Lager, und es gibt vor der Bühne tatsächlich einen kompletten Austausch. Death Angel und Kataklysm sind übrigens beide Headliner dieses Abends, wobei Kataklysm die undankbare Aufgabe zufällt, nach den Energiebündeln aus San Francisco zu spielen.

Das Backstage Werk füllt sich zu früher Stunde nur schleppend. Draußen scheint noch die Sonne. Keep Of Kalessin müssen ihren 40-minütigen Set vor ziemlich luftiger Kulisse absolvieren. Dabei fangen sie schon eine halbe Stunde verspätet gegen 20 Uhr an. Die ersten Matten kreisen allerdings. Die Show läuft rund, wenngleich das Stage Acting der Band noch etwas dynamischer ausfallen könnte. Meist tut sich auf der Bühne nicht viel, nur die Schädel werden ordentlich eingetaktet. Abgesehen von einem kurzen Gitarrensolo von Obsidan C mit der Klampfe über der Schulter gibt’s nicht viel zu sehn. Sänger Thebon spielt den gar nicht so finsteren Priester, der die Menge beschwört, während die Double Bass alles in Grund und Boden prügelt. Ich muss gestehen, ich bin wegen Death Angel hier und kann mit den beiden anderen Bands nicht so viel anfangen.

Kataklysm: Backstage München, 02.07.2009

Eine halbstündige Umbaupause leert erstmal wieder das Werk. Da soll sich aber gleich ändern. Ziemlich viele Death-Angel-T-Shirts tauchen jetzt unten in der Arena auf. Dann kommen Death Angel, und sie kommen gewaltig. Jetzt schaut es auf der Bühne ganz anders aus. Ständig in Bewegung, umkreisen die Gitarristen und der Basser ihren Sänger Mark Osegueda, der ihnen immer wieder entwischt und wie getrieben herumrennt, den Augenkontakt mit dem Publikum sucht und ganz klar im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Hier haben sie Platz sich auszutoben. Im winzigen 59:1 war das deutlich schwieriger. Inzwischen gab es zwei Lineup-Wechsel: Die komplette Rhythmussektion hat sich verabschiedet und musste ersetzt werden. Das war besonders schwierig, weil beide, Dennis Pepa (b) und Andy Galeon (d) zu den Bandgründern zählten. Im Gepäck haben Death Angel diesmal die Live-DVD „Sonic German Beatdown“.

Die Leute rasten jetzt völlig aus, und der erste ordentliche Circle Pit ist zu sehen.„Dethroned“, „Lord of Hate“ und „Kill As One“ werden lautstark gefeiert. Halbballaden wie „A Room With A View“ schenken sie sich diesmal, um den Energielevel hoch zu halten und der Meute keine Ruhe zu gönnen. „Death Angel“-Rufe werden laut. Auf der Bühne schlägt sich die gute Stimmung nieder, die Band steht keine Sekunde still. Nach etwa 70 Minuten verabschieden sich Death Angel ohne Zugabe und lassen ihren Nachfolgern ein aufgedrehtes, aber auch abgekämpftes Publikum zurück.

Kataklysm haben sich mit ihren Co-Headlinern keinen Gefallen getan. Den enormen Energiepegel der Bay-Area-Thrasher können sie trotz schnellem Umbau mit ihrer statischen Show nicht aufrecht erhalten. Sie haben dennoch eine Menge Fans mobilisiert, wie der T-Shirt-Check verrät. Die Kanadier spielen nicht übel, doch die Songs fallen für meinen Geschmack doch etwas ab. Die monotonen Growls tun ihr übriges. Ich kann mich natürlich irren, denn die halbe Halle bangt jetzt einträchtig mit. Kurz ist der Gig allerdings: eine knappe Stunde, dann ist Schluss. Hat mir eigentlich gelangt, doch das ging bestimmt nicht allen so. Ich freu mich dagegen nur noch auf mein Mützchen Schlaf.

Fotos von Death Angel, Kataklysm und Keep Of Kalessin gibt es in unserer Galerie.

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