Wie bereits seit längerem bekannt ist, werden die Onkelz nächstes Jahr ihren Hut nehmen und keine weiteren Alben mehr produzieren und nicht mehr auf Tour gehen. Deshalb war die Tour ruck zuck ausverkauft. Auch für das Abschiedsfestival im nächsten Jahr auf dem Lausitzring sind alle 100.000 Karten schon weg.
Kommen wir jetzt aber zum Konzert von Münster. Ich war einer der Glücklichen, der noch eine Karte bekommen hat. Und sogar ein Harcover Fan Ticket und kein CTS-Ticket. Somit musste ich mich nicht im Regen anstellen, sondern konnte einen Eingang weiter reingehen, wo fast keiner stand.
Nachdem ich dann drin war, ging die Warterei los. Es war kurz nach Sechs und um Acht Uhr sollte es losgehen. Also hab ich erste mal die Halle erkundet. Die Bühne hatten sie merkwürdiger Weise längst gestellt. Somit war zwischen Bühne und Wand nur recht wenig Platz. Vieleicht wollten die Onkelz ja, dass alle in der erste Reihe stehen. ;-)
Zwei Leinwände rechts und links der Bühne und die Kameras, die in der Halle verteilt standen, versprachen zumindest, dass man auch wenn man nichts von der Bühne sehen sollte, dass man trotzdem etwas sah.
Nachdem ich mir dort einen Überblick gemacht hatte, bin ich erst mal wieder zurück in die Vorhalle. Dort hab ich mir ein T-Shirt geholt und ein ziemlich teures Stück Pizza.

Als es dann endlich kurz vor acht war, bin ich zurück in die Halle, die mittlerweile schon recht voll geworden ist. Ich konnte mir aber noch einen Platz in der Mitte erkämpfen, der zwar ganz hinten war, aber trotzdem die Möglichkeit bot, die Bühne komplett zu sehen. Um kurz nach Acht kam dann auch die Vorband auf die Bühne. "Wonderfool" heißen sie und kommen aus Norwegen. Und wie ich an den Reaktionen der anderen Zuschauer um mich herum sehen konnte, fand nicht nur ich sie schlecht. Die Musik die sie spielten sollte wohl Hard-Rock sein, kam hinten aber nur als blechender Krach an. Dem endsprechend wenig Applaus bekam die Band, als sie nach knapp einer halben Stunde von der Bühne ging.

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit. Die Onkelz kamen auf die Bühne und die Zuschauer die vor mir standen sind plötzlich um 15 Zentimeter gewachsen, denn ich konnte auf einmal nichts mehr sehen. Die Stimmung war jedenfalls schlagartig am kochen. Die Zuschauer waren, obwohl die Halle hoffungslos überfüllt war, frenetisch am feiern, sodass bereits nach 15 Minuten die ersten ohnmächtigen Mädels aus der ersten Reihe geholt werden mussten. Es war dort allgemein auch ein ziemliches Gedrängel, da alle dicht an dicht standen. Dass dann die Thekenkräfte auch noch während des Konzertes mit einem Hubwagen und einer Europalette mit Getränken durch die Menge musste, um die Theke auf der anderen Seite der Halle zu versorgen, kann man wohl als Fehlplanung verzeichnen. Auch das Verhalten mancher Fans war ziemlich fragwürdig. So lief das Konzert gerade mal 30 Minuten, dass musste ein Tross von gut 50 Mann von einer Seite der Halle zur anderen. Dass das aufgrund der Enge nicht sonderlich einfach war, dürfte klar sein. Deshalb kam das Ganze dann auch etwas auf meiner Höhe zum stocken und alles was dem Tross im Wege stand wurde hoffungslos zu Seite bzw. Boden geschoben. Danach wurde es aber ruhiger. Nur vereinzelt sah man einen Sanitäter umherlaufen.
Das Reportaire der Band war recht gut gemischt, zwischen Tracks vom neuen Album, wie auch alten Songs. Begleitet wurden die Songs von einer genialen Lichtshow und kleinen Video-Clips auf den beiden Leinwänden an der Seite und den vier kleinen Leinwänden hinter der Bühne.
Nach zwei Stunden läutetet das Lied "Erinnerungen" dann das erste Ende des Konzertes ein. Natürlich sollte es aber nicht dabei bleiben. Die Onkelz kamen noch mal für eine halbe Stunde auf die Bühne und zogen abermals alle Register. So wurden für den Song "Feuer" die beiden Türme mit der Beleuchtung links und rechts der Bühne in Brand gesteckt und beim Refrain schossen im inneren der Türme eine 10 Meter hohe Stichflamme empor. Abgeschlossen wurde das Konzert dann mit dem Song, auf den alle Fans gewartet hatten. Bei "Mexico" war die Halle am kochen.
Danach war dann aber auch wirklich Schluss. Die Massen, ich kann nur schätzen, es dürften aber gut 8.000 bis 10.000 gewesen sein, drängten nun nach draußen. Dort durfte ich dann erst eine Viertel Stunde am Automaten des Parkhauses warten und danach noch mal ne Viertel Stunde im Parkhaus, bis ich dann endlich raus war. Da hilft auch das Fan-Ticket nicht. ;-)
Fazit: Es war ein spitzenmäßiges Konzert der Onkelz, hatte aber einige Schwächen auf Seiten der Veranstalter, die man eigentlich besser hätten planen können. Aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Nur Schade nun bald Schluss ist. Dann wird man sich wohl nur noch mit dem DVDs begnügen müssen.

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