Betancorband – hispanoid
Susanne Betancor, bekannt als Popette, Sängerin, Songschreiberin, Halbspanierin singt gemeinsam mit ihrer „Betancorband“ zweisprachige Songs. Es ist mir absolut unmöglich die Band bzw. die Songs in eine musikalische Schublade zu stecken. Die beste Bezeichnung wäre wohl „HispanoJazzPop’nRoll“. Aber um dieser Schubladisierung zu entfliehen nannte sich Susanne Betancord selbst „Popette“ – eine Abwandlung von den allzu netten Begriffen „Chansonette“ und „Kabarett“. Klug gewählt, triffts den Nagel doch auf den Kopf. Wer bei dem Titel „hispanoid“ nicht gleich an einen Urlaub in Spanien oder an ein Essen in einem netten spanischen Lokal denkt dem ist nicht mehr zu helfen. Ok, wenn ich ehrlich bin erinnert mich der Stil der Musik gewaltig an das, was man in solchen Restaurant zu hören bekommt, aber die Musik der Betancorband in einem Restaurant zu spielen wäre blanker Frevel.
Eat The Gun – Cross Your Fingers
Erinnert ihr Euch noch an die EP „Kingsize“ von Eat The Gun aus dem Jahr 2003? Neben absolut positiven Pressestimmen (z.B. von mir und Magazinen wie Metal Hammer) wurde der Silberling 3000 Mal verkauft. 3 Jahre ließen sie uns nun auf ihre Debütscheibe warten – aber wer lange wartet wird auch belohnt. Eat The Gun halten sich an das Versprechen und nahmen innerhalb von 23 Tagen 18 Songs auf, die manche Fans z.T. schon von Liveauftritten her kannten. Diese Ohrwürmer sollten nun auf ein Album gebannt werden damit sie nicht weiter vor sich hin verstauben und damit man die Arbeit mit dem Leadgitarristen Simon dokumentieren konnte, der die Band im Herbst aus persönlichen Gründen verließ. „Cross Your Fingers“ steht seit dem 13.03.06 in den Plattenläden und weil die Knarrenfresser schon immer wussten was sie wollen, gründeten sie zwecks Realisierung ihres großen Traumes das Label Eattitude Records. Zusammen mit dem Vertriebspartner Brokensilence wurde der Traum vom eigenen Longplayer nun verwirklicht.
Strom & Wasser – Gossenhauer
Wenn man versucht Strom & Wasser etwas näher zu charakterisieren, dann tut man sich wirklich schwer. Die breitgefächerte Mischung aus Extrem-Liedermaching, etwas Kabarett oder auch Akustik-Punk lässt die Bandbreite ihres Musikstils ein wenig erahnen, aber nicht absolut festlegen. In den letzten 2 Jahren waren sie mit über 300 Konzerten am Start und tourten mit Größen wie Götz Widmann, Stoppok oder Konstantin Wecker durch die Lande. Auch in der Lieder-Bestenliste hielten sie von April 2004 bis Februar & März 2005 die Stellung, ihre Songs wurden von vielen Lokalsendern gespielt. Von da ab ging es immer mehr bergauf: Die Songs schwirrten durch die Deutsche Welle, den Deutschlandfunk, das Deutschlandradio, WDR, NDR, SWR und einige mehr. Im Januar diesen Jahres waren sie sogar Gäste des ZDF-Nachtstudios. Na wenn das kein steiler Erfolg ist…
Spieltrieb – „Eine Scheibe Ton“ und „Regionalexzess“
Bei Spieltrieb ist der Name Programm. Die beiden Liedermacher aus Oldenburg schaffen es intelligente, deutschsprachige Texte voll von aktuellen Themen so zu gestalten, dass es riesig Spaß macht sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei langweilt das Duo aber absolut nicht, sondern verpackt ihre Musik mit Humor und einem Schlag Selbstironie. Spieltrieb alias Philipp Kasburg und Lennart Quiring trafen sich im Dezember 2003 bei einer offenen Bühne. Philipp trug etwas von „Funny van Dannen“ vor und Lennart spielte einige „Joint Venture“ Klassiker (dessen musikalischer Einfluss die beiden hörbar sehr geprägt hat – aber dazu später noch etwas mehr). Beide entdeckten ihre Leidenschaft zur handgemachten echten deutschsprachigen Musik. Im folgenden Jahr kam es dann zu den ersten Proben und somit auch zu ersten Kompositionen, welche die beiden im November 2004 in – nach eigenen Aussagen – mangelhafter Home-Recording Manier auf eine CD pressten. Die Arbeiten zu dieser EP zogen sich eine Weile hin, aber im April 2005 wurde „Eine Scheibe Ton“ dann auf den Markt gebracht. Während der darauf folgenden Konzertzeit (zwischen Kiel und dem Schwarzwald) trafen sie zum Beispiel ihr einstiges Vorbild „Götz Widmann“, Rüdiger Bierhost oder die derzeit im Musikgeschäft kräftig „stromaufwärts“ schwimmenden „Strom und Wasser“. Vermutlich wird es auch einen gemeinsamen Sampler mit diesen und weiteren Liedermachern geben. Aber so lange wollte ja keiner auf eine neue CD warten und im Dezember 2005 kam dann ihr zweites Werk „Regionalexzess“ heraus. Diesmal wirklich eine LP mit 17 Songs – die 5 Songs auf der ersten EP waren der Zuhörerschaft viel zu wenig. Aktuell freuen sie sich darauf im Jahr 2006 noch bekannter zu werden, noch mehr Konzerte zu geben und dabei noch weniger Miese einzufahren. ;-)
Onkel Hanke – An Evening With Onkel Hanke
Bevor ich mich nun mit Hingabe dem musikalischen Werk des Onkel Hanke widme, muss ich noch ein paar Zeilchen über ihn, sein Leben und seine Musik loswerden. Oder wie er selbst sagt: „Wie ein so kleines Stück übrig gebliebene Pizza, ohne den Einsatz von chemischen bzw. biologischen Waffen, zu einem großen Klumpatsch Hack werden konnte“. Kaum geboren (im Jahre 1987) und mit einer glücklichen Kindheit aufgewachsen übernahm er schon in der zweiten Klasse die ehrenvolle Aufgabe, Lead-Blockflötenspieler in seiner Schulband zu werden. Nachdem er die Grundschule meisterhaft abgeschlossen hatte, widmete er sich in der weiterführenden Schule das erste Mal aufgrund von Gewürzgurken, Bratkartoffeln und der Gesellschaft, der Gitarre. In diesem Alter hatte er seine große Schaffenszeit, die er liebevoll nur die „rote Periode“ nannte (über die Bedeutung mag ich nun mal nicht weiter spekulieren). Am Gymnasium angekommen befasste er sich nun etwas mehr mit der Gitarre und fing an zu üben. Es dauerte nicht lange dann kamen auch die ersten Banderfahrungen. Onkel Hanke hatte vorher schon in einer Band der Kreisjugendmusikschule und einer lokalen Rock Band, den Terapoiten, gespielt, aber eine Band die seinem Niveau angemessen ist fand er in den Peacecakes. In dieser Zeit nahm er auch eine – nach eigenen Aussagen – unbedeutende CD auf. Sowohl deutsche als auch englische Titel tummelten sich auf „Onkel Hanke ? Wer hat den Schuss nicht gehört“. Er hält diese CD aber bewusst im Safe versteckt, damit keiner jemals weiß wo er sie finden würde.
Nach der ersten CD mit den Peacecakes beschloß er, sich nur noch auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Der Durchbruch war zweifellos am 18.3.05, wo er vor nahezu ausverkauftem Haus die Garage Buxtehude gerockt hatte. Daraufhin wurde im August 2005 seine zweite CD „An evening with Onkel Hanke“ veröffentlicht. Zusätzlich spielt Onkel Hanke noch in einem Duo, das sich das „Buxtehuder Unsinnphonie Orchester“ nennt. Dort werden in 10 Liedern mindestens 25 verschiedene Instrumente, wobei auch selbst gebaute Instrument Erfindungen zum Einsatz kommen gespielt (ala Insterburg und Co, nur besser). Das Duo schreibt Musicals oder Lieder, die absolut „niveaulos“ sind. Aktuell wird an einem Musical mit dem Titel „Die drei Fragezeichen auf der Suche nach dem Niveau“ gearbeitet und im Sommer dieses Jahres wird auch eine DVD von diesen musikalischen Ergüssen erscheinen. An großen Auftritten im Ausland mangelt es aber leider weiterhin und ich drücke ihm die Daumen, dass er seine musikalischen Werke auch international verbreiten kann.
Anna Ternheim – Somebody Outside
Anna Ternheim. Anna wer? werden sich viele jetzt fragen. Ehrlich gesagt ging es mir nicht anders, den Namen konnte ich erstmal auch nicht einordnen, geschweige denn, dass ich erahnen konnte, welche Richtung hier musikalisch eingeschlagen wird. Der Name dürfte bisher nur Insidern oder ausgesprochenen Schweden-Nerds bekannt gewesen sein. Trotz allem ist die 25 jährige Künstlerin kein unbeschriebenes Blatt.
Isobel Campbell & Mark Lanegan – „Ballad Of The Broken Seas“
Die Zusammenarbeit von Isobel Campbell & Mark Lanegan und das daraus resultierende Album „Ballad Of The Broken Seas“ dürfte wohl eine der interessantesten und mit Spannung erwarteten Veröffentlichungen des vor uns liegenden Musikjahres 2006 sein. Auf den ersten Blick wollen die beiden so gar nicht zusammen passen – auf den zweiten dafür aber umso besser. Die zierliche Isobel mit dieser wunderschönen Stimme und der große Brummbär mit seinem dunklen Organ scheinen dann doch wie für einander geschaffen zu sein.
Martingo – rätselraten
Martingo der Liedermacher erblickte im Jahre 1978 in Malchow das Licht der Welt und sechs Jahre später hat er schon gelernt, wie man mit einer Gitarre die Nachbarn quälen kann. 9 Jahre später folgte die E-Gitarre und mit ihr die ersten Bandproben mit seiner Band „Bigos“. Mit dieser vierköpfigen Punkband tourte er ca. sieben Jahre lang durch die Lande.
Nach der Auflösung der Band musste Martingo schauen, welchen Weg er nun einschlägt. 2002 wagte er den Umzug nach Berlin und wurde Frontmann der Rockband „Kasper-Hauser“ und der Spaßrockband „Die 4 Martinis“. Dennoch entschied er sich dafür, Liedermacher zu werden – was sich als riesen Glücksgriff für alle Fans des Genres erwies. Nun zog er mit seiner markanten Stimme und seiner Gitarre im Gepäck durch die Clubs, spielte auf Festivals und gewann „sein Publikum“. Vor ein paar Monaten veröffentlichte er nun seine erste CD auf der seine witzigen und nachdenklichen Texte und seine eingängigen, ohrwurmverdächtigen Melodien festgehalten wurden.
J.B.O. – United States of Blöedsinn
Lange Zeit hat sich das zensierte James Blast Orchester die Mühe gespart das Rad neu zu erfinden und sich hauptsächlich durch einen frischen Anstrich des selbigen einen Namen gemacht – und obwohl die fränkischen Hofnarren in den letzten Jahren auch mehr und mehr auf Eigenkompositionen gesetzt haben, ist ihnen der Blödsinn doch ein stetes Anliegen geblieben. Da durfte es ab und an auch mal etwas mehr Krach als Musik sein.
Caleidoscope – Shapes
Veröffentlicht wurde die EP „shapes“ im März 2005, wobei die erste Auflage von 350 Exemplaren bereits im Sommer ausverkauft war. Ebenfalls im März spielten sie ihre ersten Konzerte in Hamburg, gefolgt vom Emergenza Festival mit 1.600 Zuschauern. Der Song „dawn of day“ wurde von Radio Hamburg, vom NDR und einigen anderen Radiosendern gespielt. Dank dieser Radioausstrahlungen wurde ein englischer Produzent auf die Hamburger Band aufmerksam: Gareth Jones (er produzierte Depeche Mode, Nick Cave, Erasure, etc.). Dieser unterstützt caleidoscope nun bei der zweiten CD, die für Anfang des nächsten Jahres geplant ist.
Wig Wam – Hard To Be A Rock’n’Roller
Cover: Wig Wam: Hard To Be A Rock’n’Roller
Cover: Wig Wam: Hard To Be A Rock’n’Roller
Aufgefallen sind mir die 4 Jungs aus Norwegen beim letzten Grand Prix – Paradiesvögel fallen bekanntlich schnell auf und genau das wollten die Jungs erreichen. Und was soll ich sagen: Es ist ihnen gelungen. Nachdem ihr Debutalbum von „667…The Neighbour Of The Beast“ in „Hard To Be A Rock’n’Roller“ umbenannt wurde war der Durchbruch nicht mehr aufzuhalten. Die Platte verkauft sich absolut sensationell und die in Norwegen erschienene DVD erreichte schon vor dem Release Goldstatus. Ihre „Rock Schläger“ Tour (Glam bezeichnete die Tour so, weil sie den Fans richtige Rock’n’Roll Musik um die Ohren hauen) kommt tierisch gut an und ein paar Gigs in Deutschland waren auch dabei.
Line-Up
* Teeny – Guitars
* Sporty – Drums
* Glam – Vocals
* Flash – Bass
Tracklist
1. In My Dreams
2. Hard To Be A Rock’n Roller
3. Bless The Night
4. I Turn To You [Melanie C-cover]
5. Out Of Time
6. Mine All Mine
7. The Drop
8. Tell Me Where To Go
9. No More Living On Lies
10. Erection
11. Car-Lyle
12. The Best Song In The World
13. A Long Way
14. Crazy Things
15. Dschingis Khan (Bonus)
16. Bless The Night (Bonus Videoclip)
17. Hard To Be A Rock’n Roller (Bonus Videoclip)
Auch wenn sich die Namen der Bandmitglieder erst wie eine Kopie der Spice Girls anhören…
Vom Stil erinnern sie an ihre großen Vorbilder von „The Sweet“, auch wenn sie mit dem Titeltrack „Hard To Be A Rock’n’Roller“ die Manieren und Macken der großen Rockstars ein wenig auf den Arm nehmen. Hier werden die Jammereien der Rockstars („Zu viele Mädels“, „zu viel Stress“…) ironisch durch den Kakao gezogen. Der Song ist zusammen mit „In My Dreams“, „Bless The Night“ und „Out Of Time“ ein absoluter Ohrwurm.
Neben den 3 Spitzenreitern in meiner persönlichen Favoritenliste gibt es da noch „I Turn To You“ – ein Melanie C Cover – und was für ein gelungenes! Ich hätte nie gedacht, dass der Song mit dem völlig neuen Arrangement á la Wig Wam so gut rüberkommt. Definitiv besser als das Original…
Ein wenig zum Schmunzeln ist die Coverversion von „Dschingis Khan“ in englisch. Glam bezeichnete sein deutsch nämlich als wirklich nicht so toll – ich hätte es dennoch gerne gehört. Aufgenommen wurde der Song meines Wissens in einer norwegischen TV-Show.
So und nun komme ich zu einem Song, über den man eigentlich nicht viel sagen muss und kann: „Erection“
Hier bearbeitet Teeny seine Gitarre dermaßen göttlich…sehr passender Songtitel.
Der Rest der Lieder ist absolut nicht schlecht, aber eben nicht so ohrwurmverdächtig wie die genannten Songs. CD reinlegen und abrocken!
Fazit:
Jeder Anhänger von „The Darkness“, der ein paar Probleme mit der Stimme des Sängers hatte, wird bei Wig Wam auf jeden Fall begeistert sein. Die Norweger bieten hier einen musikalischen Leckerbissen. Sie beherrschen ihre Instrumente, die Produktion klingt absolut fett und der Sänger ist ein Gesangsgott! Ich knie nieder!
Rammstein – Rosenrot
Seit kurzem ist das neue Rammstein-Album erhältlich. Mit einiger Spannung wurde erwartet ob es an den Vorgänger „Reise, Reise“ anknüpft oder doch wieder eine Spur härter wird…