Caravan Palace – Caravan Palace

Veröffentlichung: 15.05.2009
Wertung: 10 von 10 (10/10)

Label (Vertrieb): Ministry Of Sound (edel)
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Cover: Caravan Palace - Caravan Palace

Cover: Caravan Palace - Caravan Palace

Auf der Weltmusikmesse Womex 2007 löste die sechs-köpfige Band mit ihrer Mischung aus traditionellem Manouche Jazz á la Django Reinhardt und fein dosiertem French House á la Justice und Vitalic wahre Begeisterungsstürme aus. Und auch bei über 40 Festivalauftritten bekam die Band überwältigende Kritiken. Jazzpuristen und Clubber waren gleichermaßen begeistert. Nun stürmen “Caravan Palace” mit ihrem Debütalbum in Frankreich auf Platz 15 der Album Charts und Platz 3 der iTunes-Charts. Wie kommt man auf die Idee, traditionellen Jazz mit modernen Electro-Einflüssen zu kombinieren? Schaut man auf die Wurzeln der Band zurück, dann stellt man fest, dass das Gründungstrio Charles Delaporte, Arnaud Vial und Hugues Payen eine solide Instrumentalausbildung absolvierte, sich dann aber sehr aktiv in der Pariser DJ Szene herumtrieb. Nach den ersten Versuchen Gypsy Jazz mit flottem Swing der 30er Jahre und clubtauglichen Sounds zu kombinieren, enstand 2005 das Projekt “Caravan Palace”.

Line-Up:

  • Charles Delaporte – Kontrabass, Programming
  • Arnaud Vial – Gitarre, Programming
  • Hugues Payen – Violine, Programmierung, Scat-Gesang
  • Colotis Zoé – Gesang
  • Chapi – Klarinette
  • Toustou – Maschinen

Tracklist:

  1. Dragons
  2. Star Scat
  3. Ended With The Night
  4. Jolie Coquine
  5. Oooh
  6. Suzy
  7. Je M’amuse
  8. Violente Valse
  9. Brotherswing
  10. L’Envol
  11. Sofa
  12. Bambous
  13. Lazy Place
  14. We Can Dance
  15. La Caravane

Mein erster Gedanke war: Halt! Irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor. Ich kramte gedanklich in meiner Jugendzeit und stieß auf Bands wie “Doop” mit dem gleichnamigen Song und “Free Soda Inc.” mit “Gonna Move It”. Beide Bands wussten in den frühen 90er Jahren nur zu gut, wie man mit elektronischem Swing oder auch Charleston auf eine ganz eigene Art und Weise die Tanzflächen zum Kochen bringt. Und genau das gleiche Gefühl überkommt mich bei “Caravan Palace”. Die Mischung aus Jazz, französischem Filter-House, Electro-Swing und dem typischen 30er Jahre Grammophon-Flair ist nahezu einzigartig und fällt sofort auf. Die Arrangements sind durch die Reihe sehr vituos und machen jeden Song zu etwas ganz Besonderem. Im Gegensatz zu Doop und Free Soda Inc. stehen bei “Caravan Palace” die retro angehauchte Gesangsstimme und die klassischen Instrumente wie Klarinette, Violine, Kontrabass und Gitarre deutlich im Vordergrund. Die elektronischen Beats halten sich dezent zurück, geben den Rhythmus an und machen die Songs tanzbar und clubtauglich. Besondere Elemente sind z.B. der Scat-Gesang in “Star Scat” oder auch die im Vordergrund gespielten Violinen und Gitarren in “Violente Valse”. Sogar eine Ballade ist auf dem Album zu finden – “Ended With The Night” versprüht einen typischen 30er Jahre Diva-Glamour.

Die perfekte Musik für die Tanzfläche oder für die gemütliche Lounge – ob das Album zu Hause genauso gut funktioniert sei dahingestellt – zum Entspannen ist die Musik dann eher nicht geeignet. Die etwas gewagte musikalische Mischung funktioniert absolut super und deswegen bekommt “Caravan Palace” von mir auch 10/10 Punkte und wird zum Tipp des Monats!

Anspieltipp: Jolie Coquine, Brotherswing

Caravan Palace

Veröffentlichung: 15.05.2009
Wertung: 10 von 10 (10/10)
Label (Vertrieb): Ministry Of Sound (edel)

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Andrea Jaeckel-Dobschat

Über Andrea Jaeckel-Dobschat

Seit 2002 schreibt Andrea für venue music, inzwischen war sie die Chefredakteurin und hatte sich den Beinamen “The Review Machine” redlich verdient. Zwar hat sie Biologie studiert und damit auch ihren Doktortitel erworben – aber nach einem ausführlichen Ausflug ins Musik-Business hat es sie jetzt in die Politik verschlagen – ihr Job bei der Piratenfraktion Saarland ist auch der Grund, warum sie nur noch gelegentlich hier schreibt. Mehr über Andrea und was sie sonst so treibt, steht auf ihrer Homepage und in ihrem Facebook-Profil - und ganz ohne Musik geht es natürlich nie bei ihr: Fanthers.

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